Zwanziger sieht auch die Tücken des Fünf-Staffel-Modells. «Es ist für den Süden tragbar und auch für den Norden und Nordosten. Aber es würde die schwierige Situation im Westen, wo wir zehn 2. Mannschaften in der 18er Staffel haben, kaum verbessern.» Wenn es gelänge, dieses Problem zu lösen, könnte es zu einer Verabschiedung auf dem Bundestag kommen. Vieles spricht jedoch dafür, dass eine Kommission sich noch damit beschäftigt und es erst Grünes Licht bei einem außerordentlichen Bundestag im April oder Mai gibt. In einer dreigleisigen Regionalliga, so prophezeite Koch, würden die Nachwuchsteams der Erst- und Zweitligisten bald unter sich sein. Zumal von 2012/13 an keine Fernsehgelder mehr ausgeschüttet werden. «Klar ist: Es gibt Fernsehgelder nur dort, wo das Fernsehen auch einschaltet. In Deutschland wird erwartet, dass sogar in der vierten Liga Fernsehgelder bezahlt werden, weil die Nationalmannschaft und die Bundesliga so stark sind», bestätigte Zwanziger. «Aber wir sind heilfroh, dass wir zumindest bis runter in die 3. Liga ein gutes Fernsehgeld zahlen.» Das Fachmagazin «kicker» bezeichnete die Regionalliga schon als «Pleiteliga», Traditionsvereine wie der 1. FC Magdeburg, Hessen Kassel und die Stuttgarter Kickers kämpfen hier ums Überleben. Der Landesverband Westfalen würde die 2. Mannschaften am liebsten in eine extra Staffel verbannen. Doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die insgesamt 25 Nachwuchsteams unter den 54 Regionalliga- Mannschaften nicht ausgrenzen lassen, weil die großen Clubs seit der Saison 2002/2003 über eine halbe Milliarde Euro in ihre Talentzentren investiert haben. Bei der Einführung der 3. Liga und der damit einhergehenden Umgestaltung der Regionalliga hatten die Profivereine auf die Teilnahme ihrer 2. Mannschaften am DFB-Pokal sowie auf TV-Honorare für ihre «Amateure» verzichtet. Die Traditionsvereine, so Zwanziger, «müssen sich genauso in den Wettbewerb einbringen wie andere Clubs». Der DFB könne für sie nur etwas tun, wenn es im gemeinnützigen Sinn verantwortbar sei - beispielsweise bei der Nachwuchsförderung. «Diesbezüglich bin ich immer gerne bereit, mit den Vereinen zu reden und nach Hilfsmöglichkeiten zu suchen. Aber einfach sagen, wir geben 20 Vereinen jetzt einfach mehr Geld, das können wir nicht. Denn was sagen wir dann den 26 000 anderen Clubs?», erklärte der DFB- Präsident.
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