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Regionalliga: Auch Zwanziger für fünf Staffeln

Essen (dpa) - 21.10.2010, 13:33 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagt gerne seine Meinung.
DFB-Präsident Theo Zwanziger sagt gerne seine Meinung.

Beim Streit um die Regionalliga-Reform will der Deutsche Fußball-Bund eine Zerreißprobe zwischen Profi- und Amateurclubs unbedingt vermeiden.

Vor der Sitzung des DFB-Bundestages am 22. Oktober in Essen läuft alles auf den von Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball vorgeschlagenen «Fünf-Punkte-Solidarpakt Regionalliga» mit fünf Staffeln von 2012/2013 an hinaus. «Das halte ich persönlich für eine Verbesserung und das ist auch von Rainer Koch und anderen Amateurvertretern so anerkannt worden», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der Nachrichtenagentur dpa. Ein erster Landesverbandschef hat allerdings seinem Unmut über Vorabsprachen Luft gemacht.

DFB-Vizepräsident Koch hat als Landeschef von Bayern beantragt, die bisher drei Staffeln (Nord, West und Süd) auf acht zu erhöhen. Er verspricht sich davon geringere Kosten für die Vereine, die in der 4. Liga meist um die Existenz kämpfen und sich dabei noch mit den finanziell oft bessergestellten 2. Mannschaften der Proficlubs messen müssen.

«Aus der Sicht der Amateure ist das ein sehr vernünftiges Modell, weil es die oberen Amateurklassen wieder sichtbarer macht und die Konkurrenz zu den zweiten Mannschaften aus der Bundesliga deutlich reduziert», erklärte Zwanziger. «Die Profivereine haben jedoch andere Vorstellungen, weil sie mit mehr 2. Mannschaften spielen möchten.»

Aus Amateurkreisen kam erste heftig Kritik an der Vorgehensweise von DFB und Ligaverband. «Die haben einen Kompromiss ausgeklügelt, damit sich niemand wehtut. Mit Demokratie hat das wenig zu tun. Und es zeigt doch nur, welch geringen Stellenwert der so gepriesene und angeblich doch so bedeutende Amateurfußball eigentlich hat», beklagte sich Werner Georg, Präsident des Fußball- Landesverbandes Sachsen-Anhalt, in der «Mitteldeutschen Zeitung».


Zwanziger sieht auch die Tücken des Fünf-Staffel-Modells. «Es ist für den Süden tragbar und auch für den Norden und Nordosten. Aber es würde die schwierige Situation im Westen, wo wir zehn 2. Mannschaften in der 18er Staffel haben, kaum verbessern.» Wenn es gelänge, dieses Problem zu lösen, könnte es zu einer Verabschiedung auf dem Bundestag kommen. Vieles spricht jedoch dafür, dass eine Kommission sich noch damit beschäftigt und es erst Grünes Licht bei einem außerordentlichen Bundestag im April oder Mai gibt.

In einer dreigleisigen Regionalliga, so prophezeite Koch, würden die Nachwuchsteams der Erst- und Zweitligisten bald unter sich sein. Zumal von 2012/13 an keine Fernsehgelder mehr ausgeschüttet werden. «Klar ist: Es gibt Fernsehgelder nur dort, wo das Fernsehen auch einschaltet. In Deutschland wird erwartet, dass sogar in der vierten Liga Fernsehgelder bezahlt werden, weil die Nationalmannschaft und die Bundesliga so stark sind», bestätigte Zwanziger. «Aber wir sind heilfroh, dass wir zumindest bis runter in die 3. Liga ein gutes Fernsehgeld zahlen.»

Das Fachmagazin «kicker» bezeichnete die Regionalliga schon als «Pleiteliga», Traditionsvereine wie der 1. FC Magdeburg, Hessen Kassel und die Stuttgarter Kickers kämpfen hier ums Überleben.

Der Landesverband Westfalen würde die 2. Mannschaften am liebsten in eine extra Staffel verbannen. Doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die insgesamt 25 Nachwuchsteams unter den 54 Regionalliga- Mannschaften nicht ausgrenzen lassen, weil die großen Clubs seit der Saison 2002/2003 über eine halbe Milliarde Euro in ihre Talentzentren investiert haben.

Bei der Einführung der 3. Liga und der damit einhergehenden Umgestaltung der Regionalliga hatten die Profivereine auf die Teilnahme ihrer 2. Mannschaften am DFB-Pokal sowie auf TV-Honorare für ihre «Amateure» verzichtet.

Die Traditionsvereine, so Zwanziger, «müssen sich genauso in den Wettbewerb einbringen wie andere Clubs». Der DFB könne für sie nur etwas tun, wenn es im gemeinnützigen Sinn verantwortbar sei - beispielsweise bei der Nachwuchsförderung. «Diesbezüglich bin ich immer gerne bereit, mit den Vereinen zu reden und nach Hilfsmöglichkeiten zu suchen. Aber einfach sagen, wir geben 20 Vereinen jetzt einfach mehr Geld, das können wir nicht. Denn was sagen wir dann den 26 000 anderen Clubs?», erklärte der DFB- Präsident.

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