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Zwanziger vor dritter Amtszeit: Stehen glänzend da

Frankfurt/Main (dpa) - 20.10.2010, 11:45 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger geht zuversichtlich in seine dritte Amtszeit.
DFB-Präsident Theo Zwanziger geht zuversichtlich in seine dritte Amtszeit.

Nach einigem Zaudern geht Theo Zwanziger voller Zuversicht und Zufriedenheit seine dritte Amtszeit als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes an.

Der 65-Jährige aus Altendiez lässt offen, ob er sich beim 40. Ordentlichen DFB-Bundestag am 22. Oktober in Essen zum letzten Mal zur Wahl stellt. «Ich gehöre auf jeden Fall nicht zu den Menschen, die sich auf ihrem Sessel aus dem Amt tragen lassen», versprach Zwanziger in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Der Jurist hatte sich zwar vor einem knappen Jahr bei der Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke mit einer bundesweit beachteten Rede profiliert. Bei der Krisenbewältigung in der Schiedsrichter-Affäre Manfred Amerell/Michael Kempter und bei der zunächst geplatzten Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw geriet Zwanziger jedoch massiv in die Kritik.

Im Sommer hatte der DFB-Chef noch eine «gewisse Amtsmüdigkeit» beklagt. Die Weiterarbeit mit Löw und Manager Oliver Bierhoff hat letztendlich den Ausschlag gegeben, sich noch einmal zur Wahl zu stellen. «Intensiv» habe er geprüft, «ob ich die Kraft für weitere drei Jahre habe. Und ob ich mein Privatleben auch weiterhin mit dem Amt in Einklang bringen kann», so Zwanziger. Ob es seine letzte Amtszeit wird, darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht.

Den mit 6,7 Millionen Mitgliedern größten Sportfachverband der Welt sieht Zwanziger bestens aufgestellt. «Wenn man sich anschaut, was wir seit 2004 beim DFB getan haben, stellt man fest, dass wir den Fußball sicher nicht neu erfinden müssen. Wir stehen mit unseren Nationalmannschaften glänzend da. Die Nachwuchsförderung, die mein Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder nach dem schlechten EM-Abschneiden im Jahr 2000 neu strukturiert hat, funktioniert», erklärt der Jurist. «Ich werde in den kommenden Jahren alles dransetzen, dass wir in diesen Bereichen das hohe Niveau halten.»


Zwanziger will vor allem das gesellschaftliche Engagement des DFB weiter vorantreiben. «Ich will einige Dinge unumkehrbar machen: Unser Bemühen gegen Diskriminierung, unseren Einsatz für Integration, aber auch das Thema Umweltschutz im Fußball darf nicht nur bei Weltmeisterschaften im eigenen Land in das Bewusstsein der Menschen gelangen.» Dazu gehöre auch der Kampf gegen Gewalt in und um die Stadien.

Der Bundestag steht deshalb unter dem Motto «Fußball ist Zukunft. Emotional, sozial, nachhaltig.» Zur Freude von Zwanziger hat sich beim Festakt am in Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière höchste politische Prominenz angesagt. Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter wird in der Philharmonie erwartet - und Löw darf sich für den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika feiern lassen.

«Ich habe ihnen immer gern ein Stück Eigenständigkeit gegeben - das hat sich gelohnt», sagt Zwanziger über Löw und Co. Jetzt hofft er auf den ersten Titel für die DFB-Auswahl seit 1996. «Die Spanier sind uns derzeit noch einen ganz kleinen Tick voraus, ansonsten sind wir mit allen anderen Nationen auf Augenhöhe. Man braucht aber eben auch immer ein bisschen Glück. Wenn wir dieses bei der EM 2012 oder bei der WM in Brasilien haben, dann kann es mit dem Titelgewinn klappen.»

Trotz des Kompetenzstreits zwischen Löw und Sportdirektor Matthias Sammer, den Zwanziger in der Hierarchie klar unter Löw gestellt hat, rechnet der DFB-Präsident weiter mit dem Sportdirektor: «Er hat Vertrag bis 2013. Ich habe von ihm zu keinem Zeitpunkt gehört, dass er beabsichtigt, diesen Vertrag nicht zu erfüllen.»

Im nächsten Jahr steht für Zwanziger, der von 2004 bis 2006 zusammen mit Gerhard Mayer-Vorfelder eine Doppelspitze gebildet hatte, vor allem die Frauen-WM in Deutschland im Mittelpunkt. Der große Förderer und Liebhaber des Frauenfußballs bestreitet jedoch, dass er deshalb weitermacht. «Ich denke, dass die Frauen mir auch noch eine Karte für die WM gegeben hätten, wenn ich nicht mehr als DFB-Präsident kandidiert hätte», meinte er lächelnd.

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