VfB weiter unter Druck: Nichts darf schiefgehen
Odense (dpa) - 01.10.2010, 10:03 Uhr
Serdar Tasci (r) gewinnt den Zweikampf mit Odenses Peter Utaka.
Ungeduscht, in kurzen Hosen und mit Sportschuhen in der Hand verschwanden die Profis des VfB Stuttgart kurz nach dem Abpfiff zum 2:1 (0:0)-Sieg in der Europa League bei Odense BK aus dem Tre-Four Park. Fitnessstudio statt Hotelbar. «Das ist jetzt eine Trainingseinheit, nicht ein Auslaufen wie sonst», erklärte Trainer Christian Gross. Der Sieg bei den Dänen war für das Bundesliga-Schlusslicht kein Grund zum Feiern. Zu ernst ist die Lage im Arbeitsalltag. «Wir müssen uns jetzt auf Sonntag konzentrieren - als wäre das Spiel heute nicht gewesen», meinte Nationalstürmer Cacau vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt. «Da darf einfach nichts schiefgehen.» Aus der Vereinschronik wird die Begegnung dennoch nicht gestrichen. Mit dem zweiten Erfolg nach dem 3:0 gegen Young Boys Bern baute der VfB schließlich seine Führung in der Gruppe H aus. Da die Schwaben in der Bundesliga genau am anderen Ende der Tabelle stehen, war dies kaum ein Thema. «Das wäre ein Treppenwitz gewesen, wenn wir nur mit einem Punkt nach Hause gefahren wären», sagte Manager Fredi Bobic.
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Aber noch fünf Minuten vor Schluss hatte der VfB nichts zu lachen: Zdravko Kuzmanovic hatte den VfB vor nur 8854 Zuschauern beim dänischen Vizemeister zwar in Führung gebracht (72. Minute), doch Andreas Johansson brachte die Selbstzweifel zurück: 1:1 nur sechs Minuten später. Joker Martin Harnik rückte die Stuttgarter mit einer herrlichen Bogenlampe (86.) wieder ins rechte Licht. Zuvor hatte der VfB einige Chancen versemmelt. «Die Mannschaft hat wirklich gut gespielt und sehr gut gearbeitet», lobte Gross jedoch. Zufliegen werden den Stuttgartern die Punkte in dieser Saison so schnell nicht; die Mannschaft wird weiter kämpfen müssen, um spielerisch zusammenzufinden. Ein Mannschaftsabend ohne Trainer und Manager bei einem Edel-Italiener in Stuttgart scheint zumindest eines bewirkt zu haben. «Wenn einer einen Fehler gemacht hat, war immer ein anderer da», sagte Bobic und wischte alle Bedenken, die Trendwende gegen Frankfurt könnte misslingen, beiseite: «Warum soll das in die Hose gehen?» |