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FIFA: Vorwürfe Angelegenheit von Bayern und UEFA

Zürich (dpa) - 16.09.2010, 13:47 Uhr

Der Vorsitzende der UEFA-Disziplinarkommission, Peter Limacher.
Der Vorsitzende der UEFA-Disziplinarkommission, Peter Limacher.

Der Weltverband FIFA will sich in die Affäre um offenbar erfundene Bestechungsvorwürfe gegen den FC Bayern München durch einen Mitarbeiter der Europäischen Fußball-Union UEFA nicht öffentlich einmischen - obwohl dieser auch FIFA-Chef Joseph Blatter in Misskredit gebracht haben soll.

«Aus Prinzip diskutiert die FIFA sicherheitsrelevante Fragen nicht in der Öffentlichkeit. Jedoch wird die FIFA alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Glaubwürdigkeit des Spiels zu schützen», teilte der Weltverband auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Vorwürfe gegen den FC Bayern und dessen juristische Schritte seien Angelegenheit von Verein und UEFA.

Laut eines Berichts des Magazins «Stern» soll der Chef der UEFA- Disziplinarkommission Peter Limacher den vermeintlichen Enthüllungen seines kroatischen Mitarbeiters Robin Boksic aufgesessen sein. Neben dem Vorwurf der Manipulation des UEFA-Pokal-Halbfinals des FC Bayern München bei Zenit St. Petersburg (0:4) im Mai 2008 will Boksic laut «Stern» als angeblicher BND-Mitarbeiter auch Zugang zu Beweisen gehabt haben, nach denen FIFA-Chef Blatter «eine Million Euro Bestechungsgeld» erhalten haben soll. «Das sind Dinge, die so einfach nicht gehen», sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Der FC Bayern hat gegen Limacher und Boksic Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München I erstattet. Die UEFA wies die Vorwürfe zurück und stellte sich vor ihren Mitarbeiter. «Peter Limacher steht an vorderster Front eines sehr schwierigen Kampfes, und er hat unser vollstes Vertrauen», sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

Unkommentiert ließ die FIFA Passagen aus dem Bericht des «Stern», nach denen Boksic auf UEFA-Empfehlung und FIFA-Kosten zur WM nach Südafrika gereist sein soll. Dort soll er mit angeblichen Bestechungsvorwürfen gegen zahlreiche Teams für Aufregung gesorgt haben - unter anderem auch gegen Spieler des in der Vorrunde gescheiterten deutschen Gruppengegners Serbien.

In einem geheimen Bericht des Weltverbandes soll laut «Stern» Boksics Unglaubwürdigkeit konstatiert worden sein, da er für seine zahlreichen Vorwürfe keine Beweise liefern konnte. Dazu wollte die FIFA keine Stellung nehmen. Ein juristischer Erfolg des FC Bayern in dieser brisanten Angelegenheit würde auch ein sehr schlechtes Licht auf UEFA-Präsident Michel Platini werfen, der durch seine Funktion als Fußball-Kontinentboss auch Vize-Chef der FIFA ist.


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