Auftakt nach Maß: DFB-Frauen siegen 5:0
Dresden (dpa) - 15.09.2010, 20:52 Uhr
Alexandra Popp (r) jubelt mit Anja Mittag (l) über ihren Treffer zum 3:0 gegen Kanda.
Erfolgreicher Start in die WM-Saison: Die deutschen Fußball-Frauen haben zum Auftakt der langen Vorbereitungsphase für die Heim-Titelkämpfe Kanada bezwungen und sich damit Motivation und Selbstvertrauen geholt. Vor 20 431 Zuschauern im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion kam das Team von Bundestrainerin Silvia Neid zu einem ungefährdeten 5:0 (1:0)-Erfolg. Inka Grings, vor der Partie als Fußballerin des Jahres geehrt, erzielte bereits nach zwei Minuten die Führung per Foulelfmeter. Fatmire Bajramaj erhöhte nach schönem Solo und abgefälschtem Schuss (54.). U-20-Weltmeisterin Alexandra Popp mit einem herrlichen Flugkopfball nach 76 Minuten, Melanie Behringer per Flachschuss (79.) und Celia Okoyino Da Mbabi (83.) stellten den Endstand her. Die frühe Führung passte dem deutschen Team ins Konzept. Prinz konnte in ihrem 206. Länderspiel nach einem Abwehrfehler nur per Foul gebremst werden, Grings verwandelte den Strafstoß sicher. Das Tor verunsicherte die kanadische Deckung und leitete zahlreiche Großchancen der Gastgeberinnen ein. So vergaben Kerstin Garefrekes (Frankfurt/9./37.), Prinz (12./35.) und die sehr agile U-20-Weltmeisterin Kim Kulig (36./41.) in aussichtsreichen Positionen.
Das Manko im deutschen Spiel war die Passgenauigkeit schon aus dem offensiven Mittelfeld heraus. So mussten sich Grings und Prinz die Bälle meist erkämpfen und fehlten dann in der Spitze. «Die Chancenverwertung, aber auch die fehlende Souveränität im Abwehrverhalten und die leichten Ballverluste im Spiel nach vorn haben mir nicht gefallen», sagte Neid, wollte die Begegnung nach der viermonatigen Spielpause aber nicht überbewerten: «Wir sehen es als Qualifikationspartie - und da zählt zuerst das Ergebnis.» Die Gäste, von der einstigen italienischen Weltklassespielerin Carolina Morace trainiert, versuchten, die Abwehrschwächen durch langes Ballhalten im Mittelfeld zu kompensieren. Bei ihren Vorstößen musste auch die deutsche Deckung auf der Hut sein, doch kam nur selten Gefahr für das von Nadine Angerer gehütete Tor auf. Insgesamt enttäuschten die Nordamerikanerinnen, die seit August im Hinblick auf die WM-Qualifikation Ende Oktober in Mexiko im Trainingslager in Italien weilen. Mit Deutschland will sich Morace aber sowieso nicht vergleichen. «Das ist ein anderes Level. Da sind Spielzüge wie bei den Männern zu sehen», meinte die Italienerin. |