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Fandel gegen Profi-Referees: «Nicht fehlerfrei»

Frankfurt/Main (dpa) - 30.08.2010, 12:29 Uhr

Herbert Fandel will keine Profi-Schiedsrichter.
Herbert Fandel will keine Profi-Schiedsrichter.

FIFA-Präsident Joseph Blatter will bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nur noch Profi-Referees pfeifen lassen - die deutsche Spielleiter-Gilde sieht das mehr als skeptisch.

«Man wird dadurch nicht erreichen, dass die Schiedsrichter fehlerfrei sind. Wir fahren in Deutschland mit dem semiprofessionellen Modell sehr gut», sagte Herbert Fandel, Chef des Schiedsrichter-Ausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Nachrichtenagentur dpa.

Angesichts der aufsehenerregenden Fehlentscheidungen bei der WM in Südafrika hat Blatter das Thema Schiedsrichterwesen in den nächsten Monaten ganz oben auf die FIFA-Agenda gesetzt. Nach den Diskussionen um Chip im Ball, Videobeweis und Torrichter sieht der Schweizer einen neuen Lösungsansatz. «Wir müssen etwas für die Top-Referees tun. Man kann keine nicht-professionellen Schiedsrichter im Profi-Fußball haben», erklärte Blatter.

Unter den 30 Spielleitern bei der WM in Südafrika befanden sich nur zwei hauptberufliche: Der Japaner Yuichi Nishimura - und Howard Webb. Ausgerechnet der englische Ex-Polizist bot im Endspiel zwischen Spanien und Holland (1:0) eine desolate Leistung und bezeichnete die Partie später als «Höllenritt». Einen positiven Effekt bei einer Einführung von Vollzeit-Schiedsrichtern kann Fandel «zunächst nicht sehen». Zu einer Persönlichkeit, wie es ein Unparteiischer sein müsse, gehöre auch der berufliche Hintergrund.

So hatte es Pianist Fandel aus Kyllburg einst bis zum FIFA- Schiedsrichter gebracht. Wolfgang Stark (Ergolding), der einzige deutsche WM-Referee in Südafrika, hat als Bankkaufmann eine halbe Stelle. Obwohl die Spielleiter in der Bundesliga 3600 Euro pro Spiel verdienen und es für die WM-Teilnehmer insgesamt 39 200 Euro gab, setzt in Deutschland keiner voll auf die Karte «Pfeiferei». «Man muss diese Leute sozial absichern», sagte Fandel zu Blatters Plänen. Er fordert: «Dann muss man den Beruf des Schiedsrichters einführen.»

Dem FIFA-Exekutivkomitee will der 74-jährige Blatter bei der Sitzung am 28./29. Oktober in Zürich einen detaillierten Bericht zu dem Thema vorlegen. Geplant ist in jedem Fall, künftig mehr junge Referees zum Einsatz kommen zu lassen. Die Altersgrenze bei der FIFA liegt bei 45 Jahren.


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