Fehlstart-Frust: VfB hofft auf Tasci und Träsch
Mainz (dpa) - 23.08.2010, 18:02 Uhr
Die Stuttgarter Cacau, Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz (l-r) sind enttäuscht.
Frust ja, Panik nein - die Stimmung beim VfB Stuttgart drückte nach dem Fehlstart in die Fußball-Bundesliga niemand besser aus als Trainer Christian Gross. «Wir müssen uns schnellstens festigen», sagte der Schweizer nach der hochverdienten 0:2-Niederlage beim FSV Mainz 05. «Aber ich bin sicher, dass wir unsere Probleme in den Griff kriegen», fügte Gross schnell an. Helfen könnten dabei auch die rund vier Millionen Euro, die der VfB vom Ligarivalen 1899 Hoffenheim für Sebastian Rudy bekommen soll. Beide Vereine gaben den Wechsel des 20 Jahre alten Mittelfeldspielers bekannt. «Sebastian Rudy ist ein Spieler mit großem Potenzial. Dennoch sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass es für seine persönliche Entwicklung besser ist, eine neue Herausforderung zu suchen», sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. Einen Teil des Geldes möchten die Stuttgarter in die seit langem gesuchte, aber noch immer nicht gefundene Verstärkung für das rechte, offensive Mittelfeld reinvestieren. Nach der Absage von Vladimir Weiss (zu den Glasgow Rangers) droht im Fall Stefan Aigner aber der nächste Korb: 1860 München möchte nun doch nicht auf den 23-Jährigen verzichten. «Wir wollen auf dieser Position etwas tun und haben noch andere Namen auf der Liste», sagte Bobic.
Als eine Antwort auf die vielen Schwächen vor allem im Defensiv- Bereich soll Christian Träsch wieder von der rechten Seite ins defensive Mittelfeld zurückkehren. «Mit ihm haben wir mehr Kontrolle im Zentrum», sagte Gross. Als weitere Konsequenz aus der Niederlage vom Sonntag wird erwartet, dass Serdar Tasci für den besonders schwachen Khalid Boulahrouz in die Innenverteidigung zurückkehrt. In Babelsberg, Bratislava und auch Mainz hatte Gross den Nationalspieler wegen fehlender Fitness noch draußen gelassen. Aber das Fachblatt «Kicker» titelte am Montag schon: «Ruf nach Tasci wird lauter». Vor allem die Abwehr wirkte beim Saisonstart so schlecht aufeinander abgestimmt, als wären sich Boulahrouz und Georg Niedermeier kurz vor dem Spiel zum ersten Mal begegnet. Nach dem späten Vorbereitungsstart für Nationalspieler wie Cacau oder Neuzugänge wie Philipp Degen ist die Mannschaft einfach noch nicht eingespielt. «Wir haben die Qualität im Kader, müssen aber an der Feinabstimmung arbeiten», sagte Christian Gentner. Dieses Problem hatte sich zuletzt auch gegen Molde FK oder Slovan Bratislava gezeigt, aber nie so schwerwiegend ausgewirkt wie in Mainz. «Man hat gesehen, dass jede Veränderung ihre Zeit braucht», sagte Gross. Die fehlt den Stuttgartern allerdings sowohl bei der Verstärkung als auch beim Einspielen der Mannschaft. Die Wechselfrist endet am 31. August und das Europa-League-Rückspiel gegen Bratislava sowie die nächste Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund stehen noch früher an. Der einzige, der diese Terminhatz positiv sah, war Stürmer Cacau: «Wir werden noch zulegen. Jedes Spiel bringt uns jetzt weiter», sagte er.
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