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St. Pauli und Hannover im Pokal blamiert

Düsseldorf (dpa) - 15.08.2010, 19:36 Uhr

St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski muss sein Team wieder aufrichten.
St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski muss sein Team wieder aufrichten.

Pokal-K.o. für den FC St. Pauli und Hannover 96, Fast-Pleite für Trainer Steve McLaren und den VfL Wolfsburg, Kantersieg für Bayer Leverkusen sowie eine Reihe von Zitterpartien: Die «Kleinen» machten den «Großen» in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals das Fußball-Leben schwer.

Die meisten Favoriten gaben sich trotz energischer Gegenwehr kaum Blößen und zogen in die zweite Runde (26. Oktober) ein. Cup-Verteidiger Bayern München tritt am Montag in Köln zum Abschluss beim fünftklassigen TSV Germania Windeck an, Schalke 04 muss beim VfR Aalen aus der 3. Liga ran.

McLarens «Wölfe» schrammten beim 2:1 in der «Wasserschlacht» von Münster gegen die couragierten viertklassigen Preußen an einem Debakel vorbei. Cicero (80.) schien die Niedersachsen zu erlösen, ehe der neue Kapitän Edin Dzeko dem Außenseiter per Eigentor das 1:1 (86.) bescherte. Doch nur eine Minute später machte Grafite die Preußen-Hoffnungen auf eine mögliche Sensation zunichte.

Die Nord-Bundesligisten St. Pauli und Hannover erlebten dagegen bittere Pleiten gegen Regionalliga-Vereine. Erstliga-Rückkehrer St. Pauli unterlag beim Chemnitzer FC 0:1, Hannover musste sich dem saarländischen SV Elversberg im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Mehr Mühe, als ihnen lieb sein konnte, hatten am Sonntag die Erstligisten 1. FC Nürnberg (2:0 bei Eintracht Trier) und Mainz 05 (2:1 beim Berliner AK). Mit einem «Dreierpack» schoss Ruud van Nistelrooy den Hamburger SV als Gast des kessen Oberligisten Torgelower SV Greif fast im Alleingang zum 5:1. Daniel Pankau (43.) war das zwischenzeitliche 1:1 gelungen.


Den höchsten Sieg der Favoriten feierte Leverkusen beim 11:1 in Pirmasens. Die Zweitligisten Arminia Bielefeld und FC Augsburg benötigten jeweils das Elfmeterschießen, um sich bei unterklassigen Gegnern durchzusetzen. Am Sonntag gab es für die Zweitliga-Vertreter Fortuna Düsseldorf (0:1 bei der drittklassigen TuS Koblenz), Rot-Weiß Oberhausen (0:1 beim Oberligisten Victoria Hamburg), Bundesliga- Absteiger VfL Bochum (0:3 bei Kickers Offenbach/3. Liga) und den 1. FC Union Berlin (0:1 beim Halleschen FC/4. Liga) ein böses Erwachen.

«Das ist eine Riesen-Enttäuschung, ein ganz bitterer Saisonstart», sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka nach der kläglichen Leistung seines Teams in Elversberg. 120 Minuten quälten sich die Niedersachsen und patzten dann durch Mikael Forssell im Elfmeterschießen. Damit scheiterte Hannover zum zweiten Mal in Serie an einem «Underdog»: 2009 hatte es ein 1:3 in Trier gegeben.

Ohne Michael Ballack, der am Sonntag nach langer Verletzungspause sein erstes Testspiel absolvierte, kam Leverkusen beim Südwest- Oberligisten FK Pirmasens zu einem Kantersieg, obwohl die Heynckes- Elf nach 45 Minuten nur 1:0 führte. Borussia Dortmund (3:0 bei Wacker Burghausen), Werder Bremen (4:0 bei Rot Weiss Ahlen), 1899 Hoffenheim (4:0 bei Hansa Rostock) und Borussia Mönchengladbach (3:1 bei Erzgebirge Aue) ließen ebenfalls keine Überraschungen durch ihre unterklassige Konkurrenz zu.

Mit knappen Erfolgen retteten sich der SC Freiburg, der VfB Stuttgart und der 1. FC Kaiserslautern in die nächste Runde. Die Pfälzer gewannen nach Verlängerung bei «Pokalschreck» VfL Osnabrück mit 3:2. Freiburg kam in Bremen durch Papiss Demba Cisse zum 1:0 beim FC Oberneuland, der sich auch mit dem eingewechselten Neuzugang Ailton geschlagen geben musste. Stuttgart siegte dank eines Doppelschlags von Nationalspieler Cacau mit 2:1 beim SV Babelsberg.

Bereits am Freitag sicherte sich Eintracht Frankfurt mit dem 4:0 als Gast des SV Wilhelmshaven den Einzug in die nächste Runde. Bundesligist 1. FC Köln kam ohne den gesperrten Nationalspieler Lukas Podolski am Sonntag beim ostthüringischen ZFC Meuselwitz aus der Regionalliga Nord zu einem 2:0.

In einem spannenden Pokalfight gelang Zweitligist FC Augsburg beim Drittliga-15. SV Sandhausen der Sieg erst im Elfmeterschießen, nachdem Nando Raffael für den FCA in der Nachspielzeit das 3:3 erzielte. Auch Augsburgs Ligakonkurrent Arminia Bielefeld benötigte ein Elfmeterschießen zum Sieg in Regensburg. Markus Schuler verwandelte für die Ostwestfalen den entscheidenden Elfmeter.

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