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Tests mit Chip und Torkamera im Fußball

Berlin (dpa) - 11.08.2010, 13:34 Uhr

Eine Kamera soll die Torlinie überwachen.
Eine Kamera soll die Torlinie überwachen.

Chip im Ball, Torkamera oder doch Torrichter: Die Diskussion um technische Hilfsmittel schwelt schon seit vielen Jahren. Erstmals wurde der Chip im Ball im Herbst 2005 bei der U 17-WM in Peru getestet.

Schon im Mai 2005 hatte FIFA- Präsident Joseph Blatter verkündet, er sei sich «hundertprozentig sicher», dass die technologische Hilfe bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zum Einsatz komme.

Der Versuch in Peru verläuft zufriedenstellend, offenbart aber auch noch einige Schwächen. So kritisieren Schiedsrichter, dass das Signal der Uhr an ihrem Arm auch ertönt sei, wenn der Ball neben dem Tor die Außenlinie überquert habe. Ein weiterer Test bei der Club-WM 2005 wird kurzfristig abgesagt. Auch bei der WM 2006 in Deutschland kommt die neue Technik nicht zum Einsatz.

Stattdessen will die FIFA nun auf Torkameras setzen. Blatter sagt im November 2006: «2007 wird es möglich sein, das System einzusetzen. Das System wird funktionieren.»

Im Dezember 2006 werden die Torkameras in der italienischen Serie A beim Spiel zwischen Udinese Calcio und Reggina Calcio getestet. Die Torlinien werden von 20 Meter über dem Boden aufgehängten hochauflösenden Kameras überwacht. Die sogenannte Hawk-Eye- Technologie kommt 2007 auch bei den U 20- und U 17- Weltmeisterschaften in Kanada und Südkorea zum Einsatz, bei der Club- WM 2007 prüft die FIFA wieder den Chip im Ball.


Im März 2008 wird der technischen Hilfe dann ein Riegel vorgeschoben. Die Regelhüter des internationalen Fußballs entscheiden sich für zwei zusätzliche Schiedsrichter-Assistenten im Tor-Bereich, aber vorerst gegen den Chip-Ball und eine Torkamera. Alle technologischen Experimente sollen erstmal gestoppt werden. Die Torrichter kommen in der Europa-League-Saison 2009/2010 zum Einsatz.

«Der Fußball soll menschlich bleiben», sagt UEFA-Präsident Michel Platini. Der Fußball verliere seine Faszination, wenn er «wissenschaftlich» werde, meint Blatter. Laut FIFA seien die weltweiten Kosten für die Anschaffung von Torkameras zu hoch. Zudem fürchten die Fußball-Bosse, die Einführung von Torkamera oder Chip- Ball könnten weitere technische Hilfsmittel nach sich ziehen.

Auch für die WM 2010 in Südafrika verweigerte die FIFA Technik- Tests. «Wir können die WM nicht missbrauchen, um Neues auszuprobieren», stellt FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke im Februar 2010 klar. Am 6. März kommt dann das definitive Aus für Chip und Kamera. Das International Football Association Board (IFAB) der FIFA entscheidet, «der Technik die Tür endgültig zu verschließen», sagt Valcke. Doch nach den heftigen Debatten über die Schiedsrichter- Patzer bei der WM bringt Blatter die Torkamera wieder ins Gespräch.

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