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Fandel: Keine generelle Abschaffung der Zeitlupe

Frankfurt/Main (dpa) - 03.08.2010, 16:45 Uhr

Herbert Fandel ist doch nicht generell gegen Zeitlupen.
Herbert Fandel ist doch nicht generell gegen Zeitlupen.

Herbert Fandel hat seine Forderungen nach einer generellen Abschaffung von Zeitlupen bei strittigen Szenen relativiert.

«Ich habe klar gesagt, dass Spiele von den Emotionen leben, dass dazu auch die Zeitlupen gehören und ich mir kaum vorstellen kann, dass sie abgeschafft werden», sagte der Chef der DFB-Schiedsrichterkommission in einem Interview auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes. Er habe nicht das Ende der Zeitlupen gefordert, sondern sich zu einer Ankündigung des italienischen TV-Senders RAI geäußert, der künftig offenbar weitgehend darauf verzichten wolle.

Fandel war am 31. Juli in einem Interview des «Tagesspiegel» mit den Worten zitiert worden: «Ich würde es begrüßen, die Zeitlupen ganz entfallen zu lassen.» Nun schränkte er jedoch ein: «Im Stadion sind Zeitlupen meiner Meinung nach unangebracht. Allein schon aus Sicherheitsüberlegungen sollte man dort generell darauf verzichten. Ich denke auch, dass ein Zuschauer im Stadion die besondere Live-Atmosphäre genießen will und ständige Wiederholungen einfach nicht braucht», erklärte der 46-Jährige.

Damit klammerte er Wiederholungen im Fernsehen aus. Allerdings würde er sich als Schiedsrichter manchmal wünschen, dass es ohne Zeitlupe zu einer gerechteren Beurteilung der Entscheidungen komme. Die TV-Zeitlupen würden die Arbeit der Schiedsrichter erschweren. «Ein Schiedsrichter sieht die Spielszenen aus seiner jeweiligen Perspektive und muss in Sekunden eine Entscheidung treffen. Eine anschließende Zeitlupe aus unterschiedlichen Blickwinkeln gibt die Situation, in der sich der Schiedsrichter befunden hat, manchmal nicht richtig wieder», erklärte Fandel.

Der Schiedsrichter-Boss stellte klar, dass es ihm nicht darum gehe, Fehler zu vertuschen. «Zeitlupen sind längst ein fester Bestandteil der Berichterstattung geworden und tragen dazu bei, dass der Fußball die Menschen an den Bildschirmen begeistert. Die Schiedsrichter müssen und werden auch künftig damit umgehen, dass der Fernsehzuschauer diesen Service hat. Wenn nur manchmal ein bisschen mehr Verständnis für sie und ihre Entscheidungen aufgebracht wird, hat sich die Diskussion schon gelohnt», meinte Fandel.


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