Nach WM: Deutsche Referees sollen durchgreifen
Frankfurt/Main (dpa) - 22.07.2010, 11:41 Uhr
Herbert Fandel ist der Chef der Schiedsrichter-Kommission im DFB.
Die deutschen Referees sollen nach den teilweise verheerenden Schiedsrichter-Leistungen bei der Fußball- Weltmeisterschaft hart durchgreifen. «Bei Attacken mit offener Sohle in die Beine des Gegenspielers kann es nur Rot geben», sagte Herbert Fandel, der Chef der neuen Schiedsrichter-Kommission im Deutschen Fußball-Bund (DFB), vor dem viertägigen Lehrgang der 40 Erstliga- und Zweitliga-Unparteiischen am Wochenende in Altensteig-Wart (Schwarzwald). Dort sollen auch Szenen aus Südafrika aufgearbeitet werden. Fandel spielte damit auch auf die Kung-Fu-Einlage von Hollands Nigel de Jong vom Finale in Johannesburg gegen Spaniens Xabi Alonso an, die nur mit Gelb bestraft worden war. Fandel will aber keine Rot-Orgie: «Wenn es um den Ball geht, habe ich nichts gegen hart geführte Zweikämpfe.»
Bei der WM setzte es für die Spielleiter lautstarke Kritik aus aller Welt, die Gründe der Fehlentscheidungen sind selbst für Experten wie Fandel schwer zu erkennen. «Es gibt keine klaren Erkenntnisse von der WM, das Bild ist sehr diffus», sagte der 46- Jährige aus Kyllburg der Nachrichtenagentur dpa. Möglicherweise kann Wolfgang Stark Licht in die Sache bringen: Der Bankkaufmann aus Ergolding war der einzige deutsche Unparteiische bei der WM - und pfiff seine drei Spiele souverän. Er wird bei der Tagung von seinen Erfahrungen berichten. Der neue Lehrwart Lutz Wagner und DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich werden den deutschen Spitzenreferees sowohl Spielszenen von aus WM als auch aus der vergangenen Bundesliga-Saison vorspielen. Ein weiterer Schwerpunkt: Körpersprache und Außenwirkung. «Diese haben einen enormen Anteil an der Akzeptanz eines Schiedsrichters», erklärte Fandel. «Wir sind uns einig, dass wir die Schiedsrichter in ihrer Persönlichkeit stärken müssen.» |