Ähnlich wie die Spanier um die Mittelfeldstrategen Xavi und Andrés Iniesta, Kapitän und Torwart Iker Casillas und Torjäger David Villa können auch die «Fliegenden Holländer» mit einer imposanten Serie aufwarten. Seit 25 Spielen ist das Team von Bondscoach Bert van Marwijk ungeschlagen. Der frühere Dortmunder Bundesliga-Trainer gibt sich zurückhaltend. «Spanien ist seit Jahren das beste Team der Welt», sagt er. Bundestrainer Joachim Löw hat Xavi und Co. zum Favoriten erklärt, doch van Marwijk meint: «Das interessiert mich nicht, wenn die ganze Welt sagt, Spanien ist der Favorit.» Der 58-Jährige kann auf seine Offensiv-Asse Arjen Robben, Robin van Persie und Wesley Sneijder setzen. Vor allem Bayern-Profi Robben drehte zuletzt gegen Brasilien und Uruguay auf. Für Sneijder geht es im Endspiel auch um den «Goldenen Schuh» als WM-Torschützenkönig und «Goldenen Ball» als bester Spieler: Der Profi von Inter Mailand liegt mit fünf Toren gleichauf mit Spaniens David Villa. «Im Finale zu stehen, ist schon historisch. Aber wir wollen noch mehr Geschichte schreiben», sagt der Goalgetter vom FC Valencia. «Zauberzwerg» Sneijder kann für ein Novum sorgen: Als erster Fußballprofi der Welt in einem Sommer nationaler Meister, Pokalsieger, Champions-League-Gewinner und Weltmeister werden. «Wir haben nicht umsonst jedes WM-Qualifikationsspiel gewonnen und jedes Spiel hier. Wir werden den Spaniern nicht erlauben, uns zu schlagen», verspricht der 26-Jährige. Die Holländer wollen mit einem Sieg auch jene Wunden heilen, die die verlorenen WM-Finals 1974 gegen Deutschland und 1978 gegen Argentinien hinterlassen haben. «Man kann nicht etwas miteinander vergleichen, was 40 Jahre zurückliegt», betont van Marwijk. «Aber wir spielen für jeden in Holland.» Egal ob Spaniens Kapitän Casillas oder Hollands Spielführer Giovanni van Bronckhorst den Goldpokal in den Nachthimmel von Johannesburg recken werden: Der zehnte WM-Titel ist Europa gewiss, und damit übertrumpft die «alte Welt» Südamerikas Ballkünstler (9). «Das scheint unser Turnier zu sein. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir gar nicht verlieren können», sagt van Bronckhorst. Alle Welt hofft nun darauf, dass Volksheld Mandela dem Weltmeister den Goldpokal übergeben wird. «Er hatte den Pokal bei der WM-Vergabe 2004 in der Hand. Es wäre ein wundervoller Moment für ihn und den afrikanischen Fußball, wenn das geschehen könnte», sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Doch Mandelas Endspiel-Besuch ist ungewiss. Der 91-Jährige hatte seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier nach dem Unfalltod seiner Urenkelin kurzfristig abgesagt.
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