Die um drei Profis von Real Madrid und Capdevila vom FC Villarreal ergänzte «Club-Mannschaft» des FC Barcelona ließ bei der EM- Neuauflage Joachim Löws völlig überfordert scheinende und zudem taktisch falsch eingestellte «Jungs» nie zur Entfaltung kommen. «Deutschland war schwächer, als wir erwartet hatten», äußerte sich del Bosque ungewohnt kritisch. «Gegen Chile und Paraguay war es schwieriger.» Zugleich freute sich der Trainer-Gentleman mit dem Image eines liebevollen, gemütlichen Opas über Löws großes Kompliment. Der Bundestrainer bezeichnete Spanien «als bestes Team der Welt». Er bewunderte die unheimlich gute Ballzirkulation und die «unglaublichen Automatismen» des spanischen «tiki-taka». Löw legte sich vor dem Vergleich der Spanier mit den Niederländern in Johannesburg fest: «Ich bin mir sicher, dass sie das Endspiel gewinnen.» Vom erstmaligen WM-Triumph sind auch die ausgelassenen feiernden Fußballfans in der Heimat und die spanischen Medien überzeugt. «Wir sind die Besten der Welt (und am Sonntag Weltmeister)», titelte das Fachblatt «Marca» ohne einen Hauch von Zweifel. «El Mundo» urteilte: «Spanien zieht die Welt in seinen Bann. Das Land hat ein Ticket in die Ewigkeit gelöst.» «El Periódico de Catalunya» schwärmte: «Rote Herrlichkeit in Südafrika.» Und «ABC» freute sich: «Es ist kein Traum: Spanien steht im WM-Finale.» Die «selección» selbst geht ihre größte WM-Prüfung indes konzentriert, zurückhaltend, aber auch selbstbewusst an. «Die Niederlande spielen traditionell einen guten Fußball», würdigte del Bosque den kommenden Kontrahenten. «Sie haben auch ein gutes Turnier gespielt.» Xavi sagte, die Niederlande seien ein großes Team und in großer Form. «Aber wenn wir so spielen wie gegen Deutschland, haben wir gute Chancen. Wir wollen es genießen, im Finale zu stehen - und gewinnen», kündigte er den großen Coup an. Sein Mittelfeld- und Vereinskollege Andrés Iniesta warnte vor verfrühter Euphorie: «Wir müssen noch den letzten Schritt machen, um den Traum zu erfüllen.»
 |