Das Duo Schweinsteiger/Khedira erwies sich unter den Augen des zum Viertelfinale angereisten «Capitano» Michael Ballack aber auch als entscheidend für den Aufbau. 16 Minuten vor dem Ende legte «Schweini» dem künftigen Wolfsburger Friedrich den Ball zu dessen erstem Länderspiel-Tor auf. Auch Klose hatte in seinem 100. DFB-Einsatz Grund zur Freude. Nachdem der Angreifer Mitte der ersten Halbzeit eine große Chance vergeben hatte, stand zweimal goldrichtig und schloss mit seinem insgesamt 14. WM-Treffer zu dem an zweiter Stelle hinter Ronaldo (15) liegenden Gerd Müller auf. Nach den verbalen Scharmützeln im Vorfeld der Partie ging es auf dem Rasen gleich körperbetont zur Sache, als wollten einige die Reizschwelle des usbekischen Schiedsrichters Rawschan Irmatow testen. Gerade einmal 55 Sekunden waren gespielt, als Klose von hinten Javier Mascherano in die Beine grätschte, nach exakt zwei Minuten wurde Podolski am linken Flügel von Nicolas Otamendi zu Fall gebracht. Den fälligen Freistoß von Schweinsteiger verwertete Müller per Kopf und machte den Traumstart perfekt. Der bisher schnellste Treffer des Turniers verlieh dem selbstbewusst gestarteten Team weitere Sicherheit, während die «Gauchos» sichtlich beeindruckt waren. Schweinsteiger und Khedira leiteten die Vorstöße des dominierenden DFB-Teams ein. In der 24. Minute schien das 2:0 perfekt. Müller setzte sich auf der rechten Seite energisch gegen zwei Abwehrspieler durch und passte nach innen auf Klose, doch der Münchner verpasste die Chance und jagte den Ball aus elf Metern über die Latte. Erst Mitte der ersten Spielhälfte schienen die Südamerikaner den Schock des frühen Rückstandes überwunden zu haben, während im deutschen Spiel ein wenig die Struktur verloren ging. Als Gonzalo Higuain Abwehrchef Friedrich im Strafraum versetzte, drohte dem deutschen Tor erstmals Gefahr, doch Manuel Neuer tauchte reaktionsschnell in die bedrohte kurze Ecke und holte den Ball heraus (35.). Auf der Gegenseite wurden die Konter nicht mehr so entschlossen zu Ende gespielt. Podolski versuchte sein Glück aus gut 25 Metern, zielte aber knapp daneben (39.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs geriet die deutsche Mannschaft unter zunehmendem Druck der «Albiceleste» wiederholt in Bedrängnis. Ein erster Warnschuss von Angel di Maria (48.) pfiff knapp an Neuers Kasten vorbei, fünf Minuten später blockte Per Mertesacker mit dem Kopf einen Schuss von Carlos Tevez ab. Dann wurde auch Löws Elf endlich wieder aktiver. Ein energischer Einsatz von Müller, der den Ball wie einst sein Namensvetter Gerd im Liegen weiterspitzelte, leitete das 2:0 ein, Klose vollendete das Zuspiel von Podolski.
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