DFB-Elf im Glück: Klares England-Tor nicht gegeben
Bloemfontein (dpa) - 27.06.2010, 17:13 Uhr
Manuel Neuer sah beim nicht gegebenen englischen Treffer nicht gut aus.
44 Jahre nach dem Wembley-Tor hat sich die Fußball-Geschichte wiederholt - nur andersherum. Beim WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und England verwehrte Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay den Insel-Kickern beim Stand von 2:1 für die DFB-Auswahl einen klaren Treffer. «Das muss der Linienrichter sehen. Das war ein klares Tor», kritisierte Franz Beckenbauer, der im WM-Finale 1966 dabei war. In der Partie in Bloemfontein war der Ball nach einem Lattenschuss von Frank Lampard (38.) deutlich hinter der Torlinie aufgeprallt, doch das Schiedsrichtergespann ließ die Partie weiterlaufen. «Das war ein unverzeihlicher Fehler. Torrichter hin oder her - das muss ein Schiedsrichter-Assistent sehen», redete Hellmut Krug, Mitglied der DFB-Schiedsrichterkommission, in der ARD Klartext.
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Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger ließ keinen Zweifel an der bislang krassesten Fehlentscheidung der WM-Endrunde. «Fair Play bedeutet auch einzuräumen, dass der Ball drin war», sagte Zwanziger. Dies habe er auf der Tribüne sofort gefühlt. Allerdings verwies er auch auf die FIFA-Regeln: «Es war eine Tatsachenentscheidung. Ich kann allerdings ein Stück nachfühlen, wie sich die Engländer fühlen.» Der Radiokommentator der BBC reagierte mit einem Appell auf die Benachteiligung. «Eine Bitte an unsere deutschen Freunde im Vereinigten Königreich. Bitte, wir wollen nie, nie wieder von Geoff Hurst und 1966 hören. Dieser Ball war zwei Fuß hinter der Linie.» Im WM-Finale 1966 hatte Hurst die Engländer mit einem bis heute umstrittenen Treffer in der Verlängerung mit 3:2 in Führung gebracht. Damals war nicht klar erkennbar, ob sein Schuss hinter der Torlinie aufgeprallt war. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst hatte den Treffer nach Rücksprache mit dem sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow dennoch gegeben. England wurde durch ein 4:2 Weltmeister.
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