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Uruguay und Südkorea jubeln - Argentinien souverän

Rustenburg (dpa) - 22.06.2010, 22:56 Uhr

Argentiniens Trainer Diego Maradona (l) jubelt über das 1:0 gegen Griechenland.
Argentiniens Trainer Diego Maradona (l) jubelt über das 1:0 gegen Griechenland.

Tränen bei Südafrika, Tristesse für Frankreich - neben dem enttäuschenden Mitfavoriten hat sich auch der Gastgeber von der Fußball-WM verabschiedet. Und auch der zweifache Weltmeister Argentinien und Südkorea haben als das Achtelfinale in Südafrika erreicht.

Die Südamerikaner gewannen in Polokwane mit 2:0 (0:0) gegen Griechenland und behaupteten mit neun Punkten Platz eins. Südkorea erreichte in Durban ein 2:2 (1:1) gegen Nigeria und wurde mit vier Zählern Zweiter. Argentinien trifft im Achtelfinale auf Mexiko, Südkorea spielt gegen Uruguay. Für Otto Rehhagels Team und die Nigerianer ist das Turnier beendet.

Trotz des 2:1 (2:0)-Erfolgs gegen die «Equipe Tricolore» (1 Punkt) verpasste Südafrika (4) wegen der schlechteren Tordifferenz als erster Ausrichter der Geschichte das Achtelfinale. Mexiko (4) durfte hingegen über den Einzug in die Runde der besten 16 jubeln, obwohl es zeitgleich eine 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Gruppensieger Uruguay (7) setzte. Torjäger Luis Suárez bescherte den «Urus» mit seinem sehenswerten Kopfball-Tor in der 43. Minute die erste Achtelfinal-Teilnahme seit 20 Jahren.

Südafrika schwankte nach dem ersten Sieg bei der Heim-WM zwischen Trauer und Stolz. «Die Jungs haben das Land stolz gemacht. Wenn wir das 3:0 machen, kommen wir weiter», lobte Coach Carlos Alberto Parreira sein Team. Vor 39 415 begeisterten Zuschauern schickten Bongani Khumalo (20.) und Katlego Mphela (37.) mit ihren Treffern auch die Chaos-Truppe der «Bleus» vorzeitig nach Hause. «Es ist enttäuschend, denn wir haben alles gegeben. Ich denke aber, wir haben heute für den Fußball etwas getan und den Leuten ein schönes Spiel gezeigt», sagte der frühere Dortmunder Steven Pienaar.

«Viel erklären kann man nicht. Wir sind traurig, enttäuscht. Im Moment fühlt man sich ganz schlecht», bekannte Raymond Domenech nach seinem letzten Spiel als Nationaltrainer. Er wird von Laurent Blanc abgelöst. Florent Malouda (70.) gelang auf Vorarbeit von Bayern-Star Franck Ribéry nur der Anschlusstreffer für Frankreich. Nach einer Roten Karte für Yohann Gourcuff (26.) war die Blamage für die «Bleus» perfekt. Auch bei der WM 2002 war Frankreich nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. «Wir sind riesig enttäuscht. Dass es so zu Ende geht, ist eine Schande», sagte Djibril Cissé.


Uruguay und Mexiko hatten vor ihrem Duell eine lateinamerikanische Version der «Schande von Gijón», als es 1982 bei Deutschland gegen Österreich einen «Nichtangriffspakt» gegeben hatte, ausdrücklich ausgeschlossen. Und sie hielten Wort: Die Mexikaner wollten ebenso unbedingt den Gruppensieg wie der Gegner, dem dazu schon ein Punkt gereicht hätte.

«Ich bin sehr glücklich über mein erstes WM-Tor, aber wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft», jubelte Matchwinner Suarez, der nach der Begegnung zum «Mann des Spiels» gewählt wurde. «Jetzt denken wir nur noch von Spiel zu Spiel.» Sein Teamkollege Diego Forlan fand es «einfach schön», dass Uruguay endlich mal wieder ins Achtelfinale vordringen konnte. Und freute sich, dass die Taktik aufging: «Wir wussten, dass wir den Mexikanern mit unseren Kontern wehtun können.»

Die «Celestes» (Himmelblauen) waren mit ihren überfallartigen Vorstößen stets gefährlich. So auch kurz vor der Pause, als Suárez bei Edison Cavanis Maßflanke goldrichtig stand und zur Führung einköpfte. In der 64. Minute hätte Francisco Rodriguez bei einer «Hundertprozentigen» den Ausgleich für Mexiko markieren müssen, köpfte aber aus Nahdistanz am Tor vorbei. Alle weiteren Versuche wurden eine sichere Beute von Uruguays Schlussmann Fernando Muslera, der seinen Kasten bei dieser WM-Endrunde damit schon 270 Minuten sauber gehalten hat.

Ex-Europameister Griechenland muss dagegen die Koffer packen. Bayern-Profi Martin Demichelis (78.) und Martin Palermo (89.) sicherten dem Team von Argentiniens Trainer Diego Maradona den Sieg in der Gruppe B. Lee Jung-Soo (38.) und Park Chu-Young (49.) trafen in Durban für Südkorea. Die Tore von Kalu Uche (12.) und Aiyegbeni Yakubu (69./Foulelfmeter) waren zu wenig für Nigerias «Super Eagles», die als drittes afrikanisches Team vorzeitig scheiterten.

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