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Südafrika und Frankreich raus - Uruguay jubelt

Rustenburg (dpa) - 22.06.2010, 18:54 Uhr

Luis Suarez jubelt nach seinem Führungstreffer für Uruguay gegen Mexiko.
Luis Suarez jubelt nach seinem Führungstreffer für Uruguay gegen Mexiko.

Tränen bei Südafrika, Tristesse für Frankreich - neben dem enttäuschenden Mitfavoriten hat sich auch der Gastgeber von der Fußball-WM verabschiedet.

Trotz des 2:1 (2:0)-Erfolgs gegen die «Equipe Tricolore» (1 Punkt) verpasste Südafrika (4) wegen der schlechteren Tordifferenz als erster Ausrichter der Geschichte das Achtelfinale. Mexiko (4) durfte hingegen über den Einzug in die Runde der besten 16 jubeln, obwohl es zeitgleich eine 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Gruppensieger Uruguay (7) setzte. Torjäger Luis Suárez bescherte den «Urus» mit seinem sehenswerten Kopfball-Tor in der 43. Minute die erste Achtelfinal-Teilnahme seit 20 Jahren.

Südafrika schwankte nach dem ersten Sieg bei der Heim-WM zwischen Trauer und Stolz. «Die Jungs haben das Land stolz gemacht. Wenn wir das 3:0 machen, kommen wir weiter», lobte Coach Carlos Alberto Parreira sein Team. Vor 39 415 begeisterten Zuschauern schickten Bongani Khumalo (20.) und Katlego Mphela (37.) mit ihren Treffern auch die Chaos-Truppe der «Bleus» vorzeitig nach Hause. «Es ist enttäuschend, denn wir haben alles gegeben. Ich denke aber, wir haben heute für den Fußball etwas getan und den Leuten ein schönes Spiel gezeigt», sagte der frühere Dortmunder Steven Pienaar.

«Viel erklären kann man nicht. Wir sind traurig, enttäuscht. Im Moment fühlt man sich ganz schlecht», bekannte Raymond Domenech nach seinem letzten Spiel als Nationaltrainer. Er wird von Laurent Blanc abgelöst. Florent Malouda (70.) gelang auf Vorarbeit von Bayern-Star Franck Ribéry nur der Anschlusstreffer für Frankreich. Nach einer Roten Karte für Yohann Gourcuff (26.) war die Blamage für die «Bleus» perfekt. Auch bei der WM 2002 war Frankreich nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. «Wir sind riesig enttäuscht. Dass es so zu Ende geht, ist eine Schande», sagte Djibril Cissé.

Uruguay und Mexiko hatten vor ihrem Duell eine lateinamerikanische Version der «Schande von Gijón», als es 1982 bei Deutschland gegen Österreich einen «Nichtangriffspakt» gegeben hatte, ausdrücklich ausgeschlossen. Und sie hielten Wort: Die Mexikaner wollten ebenso unbedingt den Gruppensieg wie der Gegner, dem dazu schon ein Punkt gereicht hätte.


«Ich bin sehr glücklich über mein erstes WM-Tor, aber wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft», jubelte Matchwinner Suarez, der nach der Begegnung zum «Mann des Spiels» gewählt wurde. «Jetzt denken wir nur noch von Spiel zu Spiel.» Sein Teamkollege Diego Forlan fand es «einfach schön», dass Uruguay endlich mal wieder ins Achtelfinale vordringen konnte. Und freute sich, dass die Taktik aufging: «Wir wussten, dass wir den Mexikanern mit unseren Kontern wehtun können.»

Die «Celestes» (Himmelblauen) waren mit ihren überfallartigen Vorstößen stets gefährlich. So auch kurz vor der Pause, als Suárez bei Edison Cavanis Maßflanke goldrichtig stand und zur Führung einköpfte. In der 64. Minute hätte Francisco Rodriguez bei einer «Hundertprozentigen» den Ausgleich für Mexiko markieren müssen, köpfte aber aus Nahdistanz am Tor vorbei. Alle weiteren Versuche wurden eine sichere Beute von Uruguays Schlussmann Fernando Muslera, der seinen Kasten bei dieser WM-Endrunde damit schon 270 Minuten sauber gehalten hat.

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