England droht das WM-Aus - US-Boys retten Remis
18.06.2010, 22:28 Uhr
Der englische Stürmer Wayne Rooney wird gleich von drei Algeriern umringt.
Kapstadt/Johannesburg (dpa) - Dem Fußball-Mutterland droht erstmals seit 52 Jahren das Vorrunden-Aus bei einer Weltmeisterschaft. Auch mit neuem Keeper und frischem Mut kamen die Engländer im zweiten Gruppenspiel in Kapstadt über ein blamables 0:0 gegen Algerien nicht hinaus. Damit steht die Mannschaft von Trainer Fabio Capello im Gruppenfinale gegen Tabellenführer Slowenien (4 Punkte) unter Siegzwang. Im Nachmittags-Spiel der Gruppe C hatten das US-Team in Johannesburg nach einer starken Aufholjagd noch ein 2:2 (0:2) gegen die couragiert aufspielenden Slowenen gerettet. Vor 64 100 Zuschauern im Green-Point-Stadion rannten die Engländer zwar viel, erarbeiten sich gegen die kompakten und bei Kontern gefährlichen Algerier aber kaum gute Torchancen. Aus dem erhofften Geschenk für Capello zu dessen 64. Geburtstag wurde nichts. Das vor der WM hoch gehandelte Starensemble geriet bei Angriffen der Nordafrikaner sogar mehrfach in höchste Gefahr. Ein Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften war nie zu erkennen. Die erste Chance hatte Kapitän Steven Gerrard erst nach einer halben Stunde, Frank Lampard scheiterte wenig später am starken algerischen Torhüter Rais M'Bohli. Letztmals waren die «Three Lions» 1958 in Schweden schon nach der Vorrunde aus einem WM-Turnier geflogen.
Einen Punkt gewonnen, zwei verloren - trotzdem waren Slowenen und Amerikaner zufrieden. Selbst am nicht gegebenen, vermeintlichen 3:2-Siegtreffer hielt sich das US-Team nicht auf. «Es gab Chancen zu gewinnen, aber es gab auch Situationen, in denen wir hätten verlieren können. Letztendlich hält uns das Remis am Leben», sagte US-Coach Bob Bradley nach dem unterhaltsamen und überaus spannenden Vorrunden- Spiel. Und auch Kollege Matjaz Kek war stolz auf seine Mannschaft. «Wir sind in einer sehr guten Position nach dem Punkt», betonte der slowenische Trainer. Nach dem Schlusspfiff gingen beide Teams mit gemischten Gefühlen zu ihren Fans und wurden dort gefeiert. 2:0 hatten die Slowenen durch Valter Birsa (13.) und Zlatan Ljubijankic (42.) geführt - dann schlug die Stunde der Comeback-Boys der WM in Südafrika. Wie gegen England beim 1:1 holten sie wieder einen Rückstand auf. Ex-Bayern-Profi Landon Donovan (48.) und der Mönchengladbacher Michael Bradley (82.) sicherten dem US-Team das hochverdiente Remis. Fast hätte es zu noch mehr gereicht, aber das umjubelte 3:2 durch Maurice Edu (85.) wurde von Schiedsrichter Koman Coulibaly aus Mali nicht anerkannt. Noch auf dem Weg in die Kabine versuchten die US-Spieler den Grund herauszubekommen. Der Referee schwieg. «Ich habe kein Foul oder so gesehen. Uns wurde ein Tor genommen», sagte der eifrige Antreiber Donovan.
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