In besonders schlechter Erinnerung wird Miroslav Klose sein 98. Länderspiel behalten. Der elffache WM-Torschütze sah schon in der 12. Minute wegen eines taktischen Fouls Gelb und musste acht Minuten vor der Pause vom Feld, als er Dejan Stankovic am Mittelkreis übermotiviert von hinten in die Parade fuhr. Als letzter Deutscher bei einer WM war Carsten Ramelow 2002 vorzeitig in die Kabine geschickt worden. Trotz seiner Präsenz gelang es dem gerade erst von einem grippalen Infekt genesenen Schweinsteiger in der Schaltzentrale nicht wie erhofft die Fäden zu ziehen. Podolski wurde auf der linken Seite nur selten in die Angriffsversuche einbezogen. Den Strafstoß konnte der Kölner in seinem 75. Länderspiel nicht zum 40. Tor für den DFB nutzen. Der erste verschossene WM-Elfmeter für Deutschland seit 1974 - damals war Uli Hoeneß im Spiel gegen Polen gescheitert. Die Abwehr - erstmals in Südafrika richtig gefordert - spielte unter Druck nicht fehlerfrei. Als Achillesferse entpuppte sich Holger Badstuber, der gegen Milos Krasic mehrfach das Nachsehen hatte. Schon früh zeigte sich, dass die Serben nicht gewillt waren, die Herrschaft im Mittelfeld kampflos preiszugeben. Mit vier Gelben Karten in neun Minuten versuchte der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano der aufkommenden Härte Herr zu werden. Die Serben setzten bei ihren Vorstößen aber auch spielerische Akzente. Rechtzeitig zum zweiten Gruppenspiel hatten sich die Regenwolken über Port Elizabeth verzogen, und auch die deutsche Elf zeigte sich gleich wieder von ihrer besten Seite. Özil war Ausgangspunkt der ersten Möglichkeit des Spiels, doch Khedira konnte den Musterpass des Bremers nicht verwerten (3.). Vier Minuten später zischte eine Direktabnahme von Podolski knapp am serbischen Tor vorbei. Kurz vor der Halbzeit wurde die junge deutsche Mannschaft dann aber gleich doppelt kalt erwischt. Erst musste Klose vorzeitig in die Kabine, dann geriet das Team erstmals im Turnier in Rückstand. Einmal mehr musste Badstuber den flinken Krasic ziehen lassen. Bei dessen Flanke übersprang Nikola Zigic im Kopfballduell Lahm und Mertesacker. In der Mitte hatte Jovanovic keine Mühe, die Vorlage des 2,02 Meter- Riesen an Neuer vorbei im deutschen Tor unterzubringen. Den Ausgleich noch vor der Pause verhinderte die Unterkante der Latte bei einem wuchtigen Schuss von Khedira (45.). Ohne nominellen Stürmer, dafür mit Entschlossenheit und Willen startete die DFB-Elf in die zweiten 45 Minuten. Und auch in Unterzahl ergaben sich gute Möglichkeiten: Die größte verursachte Nemanja Vidic mit seinem Handspiel im Strafraum, doch Podolski konnte Stojkovic mit seinem unplatzierten Schuss nicht überwinden. Sieben Minuten später verhinderte auf der Gegenseite der Pfosten ein zweites Jovanovic-Tor.
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