Rangnick setzt sich durch - Neuaufbau bei 1899
Zuzenhausen (dpa) - 13.05.2010, 11:33 Uhr
Trainer Ralf Rangnick geht während einer Pressekonferenz an Mäzen Dietmar Hopp (r) vorbei.
Nach der harten Landung auf dem Boden der Tatsachen bleibt den einstigen Himmelsstürmern von 1899 Hoffenheim zumindest eine langwierige Trainersuche erspart. Ralf Rangnick wird auch in der kommenden Saison auf der Bank des Fußball- Bundesligisten sitzen. Ob er auch wieder zum ganz starken Mann im Kraichgau aufsteigt, wollen der 51-Jährige und Mäzen Dietmar Hopp auf einer Pressekonferenz verkünden. Einen «Super-Gau» werde es im schmucken Trainingszentrum von Zuzenhausen nicht geben, verlautete es aus dem Club. Der «massive Umbruch», den Hopp beim Abschied von Manager Jan Schindelmeiser verkündet hatte, fällt damit etwas verträglicher für den Herbstmeister von 2008 aus. Mit Rangnick bleibt zumindest einer der beiden Baumeister, die 1899 von der Regionalliga in die Erste Liga manövriert haben, dem Verein erhalten. In wiefern der Trainer als Projektleiter wie zu Beginn seines Engagements auch das alleinige Sagen erhält, hängt davon ab, wer die vom Club-Patron geforderte Stelle des Sportlichen Leiters bekleiden wird und welchen Einfluss der neue Beirat erhält.
Nach Informationen von «Bild.de» soll des bisherige Nachwuchschef Ernst Tanner neuer Manager werden. Ein klares Indiz dafür, dass sich Rangnick im Machtpoker durchgesetzt hat. Schließlich hatte Rangnick den 43-Jährigen, der die Nachfolge des auf Druck von oben zurückgetretenen Schindelmeisers antreten soll, im vergangenen Jahr selbst von 1860 München nach Hoffenheim geholt. Hopp dürfte auf jeden Fall froh über den Verbleib Rangnicks sein, dessen am Ende der kommenden Saison auslaufender Vertrag wohl verlängert werden dürfte, um erneute Spekulationen um die Zukunft des Trainers in der neuen Spielzeit zu unterbinden. Schließlich hat der Milliardär in den vergangenen Tagen erfahren müssen, dass es ihm und seinen Mitstreitern an der nötigen fachlichen Kompetenz fehlt. Das Vorpreschen bei der Managersuche, in der der SAP-Mitbegründer bereits Gespräche mit Thomas von Heesen führte, war bei Rangnick übel aufgestoßen. Plötzlich erwog der ehrgeizige Coach ernsthaft seinen Rücktritt. |