Derby als Nervenspiel: FCA hat «Club» als Vorbild
Augsburg (dpa) - 12.05.2010, 09:34 Uhr
Trainer Jos Luhukay will mit dem FC Augsburg über die Relegation den Aufstieg schaffen.
Augsburg (dpa) - Vorhang auf zum Cup der guten Hoffnung! Im bayerischen Duell um den letzten freien Platz auf der höchsten deutschen Fußball-Bühne nimmt sich Herausforderer FC Augsburg Nachbar 1. FC Nürnberg zum Vorbild. «Sie haben uns vorgemacht, wie man als Zweitligist aufsteigen kann», erinnert FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig vor den Entscheidungsspielen an den Coup der Nürnberger vor einem Jahr. Favorit ist der fränkische Erstligist, doch angesichts des drohenden achten Bundesliga-Abstiegs erwartet Club-Coach Dieter Hecking ein Nervenspiel. «Diese zwei Spiele in der Relegation sind wie eine neue Saison. Und natürlich entscheidet der Kopf.» Mit viel Rückenwind nach einer fast perfekten Zweitliga-Saison geht Augsburg ins brisante Nachbarschaftsduell. «Die Rollen sind klar verteilt. Nürnberg ist da, wo wir hin wollen», sagt Rettig. Hoffnung macht den Schwaben auch, dass der zuletzt fehlende Zweitliga-Torschützenkönig Michael Thurk (Adduktorenprobleme) ebenso wieder an Bord ist wie Kapitän Uwe Möhrle (Knieprobleme). «Die Mannschaft hat 34 Spieltage gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann», zollte Trainer Jos Luhukay seinem Team Lob.
Erstmals in der langen Vereinsgeschichte könnte der Club von Fußball-Legende Helmut Haller den Sprung in die Bundesliga schaffen - und damit auch finanziell Neuland betreten. «Das wäre für uns natürlich ein Quantensprung», sagt Rettig angesichts der lockenden Zusatzeinnahmen von mehr als zehn Millionen Euro. «Aber der Druck, jetzt aufsteigen zu müssen, ist wirtschaftlich nicht da.» Als «chancenreichen Außenseiter» sieht Rettig den schwäbischen Zweitligisten, doch von solcher Tiefstapelei vor dem Finale um den letzten Bundesliga-Platz will sich Nürnberg nicht blenden lassen. «Das werden zwei ganz, ganz knappe Spiele», erwartet Club-Manager Martin Bader. «Wir wissen, dass wir der Erstligist sind. Aber es ist eine 50:50-Chance. Es entscheiden Nuancen, Kleinigkeiten.» Dass die Schwaben auch als Zweitligist auf Augenhöhe sind, beweist der Blick auf den diesjährigen DFB-Pokal. «Die haben Köln und Freiburg rausgeworfen und sind gegen Bremen nur knapp raus», erinnert Bader. «Natürlich haben wir da Respekt.» |