Relegation als Millionenspiel - Der «Club» bangt
München (dpa) - 10.05.2010, 16:16 Uhr
Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader fürchtet bei einem Abstieg hohe Einnahmeeinbußen.
Der «Club» zittert, der FC Augsburg hofft - und der Rest der Liga schaut gespannt zu. Mit den rein bayrischen Relegationsspielen zwischen dem Bundesliga-16. 1. FC Nürnberg und dem Zweitliga-Dritten FC Augsburg geht die Fußball-Saison in die Verlängerung. Eine Etage tiefer muss Hansa Rostock nach den massiven Ausschreitungen seiner Fans in Düsseldorf nun das Hinspiel beim Drittliga-Dritten FC Ingolstadt 04 ohne eigene Fans bestreiten. Den Nürnbergern war im vergangenen Jahr durch ein 3:0 und 2:0 gegen Energie Cottbus über die Relegation der Sprung ins Oberhaus gelungen. Bei einer Rückkehr in die 2. Liga müssten die Franken Mindereinnahmen in zweistelliger Millionen-Höhe verkraften. «Jeder Verein, der absteigt, hat ein Minus von zehn bis zwölf Millionen Euro. Abstiege sind grundsätzlich große Einschnitte», sagte «Club»- Manager Martin Bader der Nachrichtenagentur dpa. Diese müssten im Etat aufgefangen werden. Für Augsburg wäre der erstmalige Aufstieg «ein Quantensprung», so Manager Andreas Rettig.
Der neunmalige deutsche Meister Nürnberg geht nach Angaben Baders «mit Respekt» in die Auseinandersetzung mit Augsburg. «Das werden zwei ganz, ganz knappe Spiele. Die beiden Ligen haben sich zusammengeschoben.» Die Statistik der zwischen 1982 und 1991 und im vergangenen Jahr wieder eingeführten K.o.-Spiele spricht für Nürnberg: Siebenmal setzte sich der klassenhöhere Club durch, viermal der Herausforderer aus dem Unterhaus. Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben sich die Relegationsspiele bewährt. «Die Einführung war meiner Meinung nach sowohl sportlich als auch wirtschaftlich sinnvoll», sagte DFL- Geschäftsführer Christian Seifert. «Alle vier Spiele im letzten Jahr waren ausverkauft. Jeweils der Klassenniedrige hat den Aufstieg geschafft, was man zuweilen anders prognostiziert hatte. Insofern ist die Relegation eine gute und spannende Entscheidung.» Wie im Europapokal zählen auswärts erzielte Tore doppelt. Falls im Rückspiel nach 90 Minuten keine Entscheidung gefallen ist, kommt es zur Verlängerung und im Zweifelsfall dann zum Elfmeterschießen. |