Heimfinale ohne HSV: Fulham siegt 2:1
Fulham (dpa) - 29.04.2010, 22:58 Uhr
Ruud van Nistelrooy (m) treibt seine Mannschaftskameraden nach dem ersten Tor. an.
Goodbye Europa! Der krisengeplagte Hamburger SV hat drei Tage nach der Trainerentlassung von Bruno Labbadia auch noch das Finale der Europa League im eigenen «Wohnzimmer» verpasst. Trotz einer 1:0-Führung gingen alle Endspiel-Träume der Hanseaten beim FC Fulham in der Themse unter. Die Mannschaft von Interimstrainer Ricardo Moniz verlor das Halbfinal-Rückspiel durch einen späten Doppelschlag von Simon Davis (69. Minute) und Zoltan Gera (76.) in einer packenden Partie mit 1:2 (1:0). Das HSV-Tor hatte «Mr. Europacup» Mladen Petric vor 22 500 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Schmuckkästen Craven Cottage mit einem brillanten Freistoßtor aus rund 30 Metern (22. Minute) erzielt. Doch das reichte nicht für das Finale am 12. Mai und das erste Endspiel für den HSV seit dem Landesmeister-Triumph 1983. Während Rekordmeister FC Bayern München im Endspiel der Champions League am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand die «Krone» holen kann, verpasste es der HSV durch das Ausscheiden, der Bundesliga einen vierten Champions-League-Platz ab der Saison 2011/2012 bereits vorzeitig zu bescheren. Schon vor einem Jahr war der HSV in der Vorschlussrunde gescheitert, damals gegen Werder Bremen.
Rund 72 Stunden Zeit hatte Interimscoach Moniz nach der Entlassung Labbadias am Montag, die Leidenschaft der zuletzt seelenlosen Mannschaft zu entfachen. Es reichte dem Niederländer am Ende nicht, um das 0:0 aus dem Hinspiel wettzumachen und den HSV ins Endspiel zu führen. Nichts war anfangs mehr vom 1:5-Offenbarungseid am Wochenende in Hoffenheim zu spüren. Hellwach, aggressiv und konzentriert ging der HSV im Schmuckkästchen von Fulham zu Werke. Auch Dennis Aogo, der nach seinen Magen-Darm-Beschwerden erste wenige Stunden vor dem Spiel zur Mannschaft stieß und von Moniz gleich in die Startaufstellung beordert wurde. Guy Demel kehrte ebenfalls in die Anfangself zurück. Eine Schrecksekunde mussten die mitgereisten HSV-Fans gleich zu Beginn überstehen, als sich Bobby Zamora im Hamburger Strafraum gekonnt in Szene setzte. Im glänzend reagierenden Keeper Frank Rost fand der Heim-Angreifer aber seinen Meister. Verunsichern ließ sich der Bundesliga-Siebte durch die frühe erste Chance der Hausherren aber keineswegs. |