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Runder Tisch: Neue Maßnahmen für Sicherheit

Frankfurt/Main (dpa) - 21.04.2010, 17:10 Uhr

Wolfgang Niersbach hat einen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit in Stadien angekündigt.
Wolfgang Niersbach hat einen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit in Stadien angekündigt.

Einen Maßnahmenkatalog zur «Sicherheit im Fußball» wollen DFB-Präsident Theo Zwanziger und Liga-Chef Reinhard Rauball beim Runden Tisch im Bundesinnenministerium präsentieren. Dies kündigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an.

«Bis auf wenige Ausnahmen verlaufen die Fußballspiele in Deutschland friedlich und gewaltfrei, gerade auch im Vergleich mit dem europäischen Ausland», sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach auf der Homepage des Dachverbandes. «Im Dialog mit der Liga haben wir den Maßnahmenkatalog erweitert, den wir am Freitag in Berlin mit dem Bundesinnenminister und weiteren politischen Vertretern besprechen werden.»

Dabei geht es vor allem um den Ausbau der präventiven Fanarbeit. Vorschläge im Maßnahmenkatalog sind unter anderem die Verbesserung der Kommunikation zwischen allen beteiligten Parteien, eine Qualifizierungsoffensive und eine wissenschaftliche Begleitung der Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen.

Am Runden Tisch sitzen neben Zwanziger und Rauball, dem Präsidenten der Deutschen Fußball Liga (DFL), Innenminister Thomas de Maizière, Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus als Vorsitzender der Innenministerkonferenz, DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn. Außerdem sind Vertreter der Polizei und der kommunalen Verbände dabei.

Die Interessengemeinschaft «Unsere Kurve» kritisierte hingegen, dass Fanvertreter nicht eingeladen seien. «Verärgert nehmen wir zur Kenntnis, dass die DFL durch eine wahllose Aneinanderreihung von Begriffen wie 'Expertengespräche', 'Runder Tisch' und 'präventive Fanarbeit' suggeriert, dass man nicht nur über, sondern auch mit Fans und Fanvertretungen spräche», heißt es in einer Erklärung der Fanorganisation.


Fakt sei vielmehr, dass es seit dem bundesweiten Fankongress im Sommer 2007 in Leipzig keinen Dialog mit den Fans mehr gegeben habe. «Die DFL verkauft eine Mogelpackung, ihre 'runden Tische' sind nicht rund - es fehlen die Betroffenen, die Fans», sagte Mathias Scheurer, Sprecher des Fanbündnisses.

Die IG «Unsere Kurve» ist ein bundesweiter Zusammenschluss von verschiedenen Vereins-Fanabteilungen bzw. Supporter Clubs und diversen in die jeweilige Fanarbeit der Vereine integrierten Fanorganisationen und vertritt nach eigenen Angaben rund 200 000 organisierte Fans der ersten bis dritten Liga.

Die Diskussion um die Sicherheit im Fußball war nach den Ausschreitungen im Bundesliga-Spiel Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg wieder angeheizt worden, als am 13. März bis zu 150 Chaoten aus dem Berliner Fanblock nach dem Abpfiff in den Innenraum des Berliner Olympiastadions gestürmt waren.

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