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Medien in Japan verwundert über Kahn-Debatte

Tokio (dpa) - 15.12.2004, 13:35 Uhr

Oliver Kahn (r) und Jürgen Klinsmann beantworten auf der Pressekonferenz Fragen.
Oliver Kahn (r) und Jürgen Klinsmann beantworten auf der Pressekonferenz Fragen.

Die viel beachtete Pressekonferenz von Oliver Kahn nach der Ankunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Yokohama ist auch in der japanischen Sportpresse auf ein großes Echo gestoßen.

Mehrere Blätter veröffentlichten Fotos, auf denen der 35-Jährige grimmig dreinblickt. «Kahn ist genervt», stellte «Sports Nippon» in seiner Schlagzeile fest. Wie andere Zeitungen auch thematisierte das Blatt, dass der in Japan seit der Weltmeisterschaft 2002 überaus populäre Keeper in seiner deutschen Heimat offenbar sehr kritisch gesehen werde. «Es gab so viele Fragen über seine mäßige Form in letzter Zeit», schilderte der Korrespondent und beschrieb Kahns Auftritt vor der Presse so: «Er hat sich so aufgeregt, dass er mit erhöhter Stimme sprach.»

«Kahn ist im Ernst-Zustand», stellte «Sankei Sports» fest und berichtete, dass in Deutschland über das internationale Karriereende des 74-maligen Nationalspielers spekuliert werde. «Kahn kann beweisen, dass er immer noch Kahn ist», meinte das Blatt mit Blick auf das Länderspiel am Donnerstag im Stadion des WM-Endspiels von 2002. Für seinen spielentscheidenden Patzer im Finale gegen Brasilien «will sich Kahn jetzt revanchieren», meint das Blatt. Es machte am Mittwoch seinen Lesern Hoffnung, der Keeper könne seine Laufbahn womöglich in der japanischen J-League ausklingen lassen. «Es ist möglich, dass ich nach 2006 in Japan spielen werde», wurde Kahn zitiert. Er sei in der Lage, «auch mit 40 auf solchem Niveau weiterzuspielen wie jetzt».

Kahn genießt im Land der aufgehenden Sonne seit seinen glänzenden Leistungen bei der WM 2002, als er zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, einen ausgezeichneten Ruf. Er besitzt hoch dotierte Werbeverträge mit japanischen Unternehmen, war Gast in TV- Shows und steht auf der Wunschliste der Clubs ganz oben. Nach der Europameisterschaft im Sommer in Portugal hatte Kahn erklärt, dass er ein Top-Angebot in Japan hätte wahrnehmen können. Aus sportlichen Gründen habe er einen solchen Wechsel verworfen, um bei der WM 2006 in Deutschland im Tor der DFB-Elf zu stehen.


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