Abgebrochene Partie in Spanien wird 2005 beendet
Madrid (dpa) - 13.12.2004, 14:35 Uhr
Das Bernabéu-Stadion in Madrid wird evakuiert.
In Mäntel und Decken gehüllt standen die Fußballstars zitternd auf der Straße. Sie hatten beim Punktspiel ihrer Mannschaft von Real Madrid gegen Real Sociedad San Sebastián das Bernabéu-Stadion wegen einer Bombendrohung in aller Eile verlassen müssen. In der 88. Minute der Partie hatte die Polizei angeordnet, die mit 75 000 Zuschauern besetzte Arena zu evakuieren. Der Schiedsrichter brach das Spiel beim Stande von 1:1 ab. Die Bombendrohung erwies sich später als falsch. Der spanische Fußballverband (RFEF) entschied, dass die Partie am 5. Januar zu Ende gespielt wird. Dann werden die ausstehenden drei Spielminuten und die Nachspielzeit nachgeholt. So wird in Spanien üblicherweise nach einem Spielabbruch verfahren. Real-Präsident Florentino Pérez hatte am Vorabend während des Spiels die Nachricht erhalten, dass bei der baskischen Zeitung «Gara» eine Bombendrohung eingegangen war. Ein anonymer Anrufer hatte angegeben, im Namen der baskischen Untergrundorganisation ETA zu sprechen. Im Bernabéu-Stadion sei eine Bombe deponiert, die um 21.00 Uhr - knapp zehn Minuten nach dem regulären Ende des Spiels - explodieren würde. Pérez gab die Nachricht an den Polizeichef Víctor García weiter, der ebenfalls auf der Ehrentribüne saß.
Polizeiexperten entdeckten Anzeichen dafür, dass die Warnung echt sein könnte. Daraufhin ordneten Pérez und García die sofortige Räumung des Stadions an. Der vierte Schiedsrichter am Spielfeldrand lief auf den Rasen und gab dem Referee Bescheid, die Partie abzupfeifen. Über Lautsprecher kam die Durchsage an das Publikum: «Wir bitten Sie, das Stadion geordnet zu verlassen.» Die Fußballer zogen sich in aller Eile Trainingsjacken über, griffen sich ihre Handys und liefen auf die Straße. Dort trippelten sie verschwitzt mit ihren Stollenschuhen über das Pflaster. Das Rote Kreuz verteilte Decken. San Sebastiáns Stürmer Nihat Kahveci fragte: «Was wird nun aus dem Spiel?» Der Türke hatte kurz vor dem Abbruch Ronaldos Führungstreffer (40. Minute) ausgeglichen. |