Die Berliner Polizei hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe bei den Ausschreitungen im Olympiastadion zu spät eingegriffen.
Nachdem rund 150 gewalttätige Zuschauer unmittelbar nach der 1:2-Niederlage von Hertha BSC im Abstiegsduell der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg im Stadion randaliert hatten, ist es in der Nacht weitgehend ruhig geblieben. In der Arena hatte die Polizei die Lage erst nach fünf bis acht Minuten in den Griff bekommen. Nach dem Spiel versammelten sich zwar noch einige Fans vor dem Stadion und machten ihrer Wut lautstark Luft, die Polizei löste die Gruppe aber auf, wie eine Sprecherin mitteilte. Nach Angaben der Polizei gab es 25 Festnahmen, vier Polizisten seien leicht verletzt worden.
Der «Tagesspiegel» berichtete, ein Teil der Polizeikräfte sei nach dem 1:0-Zwischenstand für Hertha zum Ostkreuz abkommandiert worden, weil dort frustrierte BFC-Dynamo-Anhänger nach der Auswärtsniederlage bei Energie Cottbus II erwartet worden seien. Nach dem Ausgleich der Nürnberger im Olympiastadion seien die Kräfte wieder dorthin zurückbeordert worden. Die Polizeisprecherin konnte dies im Detail bislang nicht bestätigen. Insgesamt sollen etwa 300 Polizisten im Einsatz gewesen sein.
Bis zu 150 Chaoten aus dem Berliner Fanblock hatten nach der Niederlage des Bundesliga-Schlusslicht Hertha gegen Nürnberg den Graben überwunden und den Innenraum des Olympiastadions gestürmt. Die Nürnberger Profis mussten vor den Randalierern in die Katakomben flüchten. Ordner und Polizisten hinderten die teilweise mit Latten und Fahnenstangen bewaffneten Fans am Vordringen in den Abgang zu den Spieler-Kabinen. Die Chaoten zerschlugen Plastik- und Glaswände im Bereich der Trainerbänke und zerstörten zahlreiche Stühle.