FIFA: Kein Hightech im Tor - Kritik aus Bundesliga
Zürich (dpa) - 07.03.2010, 13:06 Uhr
Jerome Valcke verkündete die FIFA-Entscheidung: Keine technischen Hilfsmittel.
Im Fußball bleiben technische Hilfsmittel tabu. Keine Torkameras, kein Chip im Ball - der Weltverband FIFA hat beide Vorschläge endgültig verworfen und die Diskussion für beendet erklärt. Zusammen mit den obersten Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) teilte FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke in Zürich mit: «Die Frage war, sollen wir Technik im Fußball zulassen, und die Antwort war ganz klar: Nein!» Damit müssen Schiedsrichter bei strittigen Strafraum- und Torszenen weiterhin ohne technische Unterstützung auskommen. «Die Technologie muss aus dem Spiel herausgehalten werden», betonte Valcke. In der Bundesliga stieß die Entscheidung auf Unverständnis. «Ich kann nicht nachvollziehen, warum man sich im Profi-Fußball, wo es um Milliarden geht, den Luxus erlaubt, keine technischen Hilfsmittel zu nutzen», sagte Schalke-Coach Felix Magath. Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß sprach von einer «verpassten Chance» und meinte in Richtung FIFA und IFAB: «Aber die müssen ja auch nicht spielen.»
In Zürich hatte sich am Wochenende der IFAB - in dem die FIFA sowie Vertreter der Fußball-Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland sitzen - zu seiner 124. Jahresversammlung getroffen. Den Funktionären wurden zwei technische Entwicklungen vorgestellt: Ein Chip, der signalisiert, wenn der Ball die Torlinie überquert, und eine Torkamera - das sogenannte «Hawkeye». Überzeugen konnten beide Lösungen nicht. Zwar nicht einstimmig, aber laut Valcke mit einer «klaren Mehrheit» entschied sich der IFAB gegen beide Varianten. Strittige oder sogar fehlerhafte Entscheidungen gehörten zum Fußball dazu, so der Tenor aus Zürich. «Die sind doch gerade das Schöne an diesem Sport», meinte Jonathan Ford vom Waliser Verband, der sich im IFAB gegen die technischen Neuerungen ausgesprochen hatte. Felix Magath ist sich da nicht so sicher: «Ich glaube nicht, dass man den Schiedsrichtern damit einen Gefallen tut.» |