Hertha geht 0:4 unter: Ohne Chance bei Benfica
Lissabon (dpa) - 23.02.2010, 20:24 Uhr
Benficas Javier Saviola (l) ist von Herthas Abwehr nicht aufzuhalten.
Im Regen von Lissabon ist Hertha BSC kräftig baden gegangen und hat sich höchstwahrscheinlich für längere Zeit von der europäischen Bühne verabschiedet. Der Bundesliga-Letzte aus Berlin ging in der Europa League mit 0:4 (0:1) bei Benfica unter. Im Achtelfinale stehen wie erwartet die Portugiesen. Aimar (25. Minute), Oscar Cardozo (48. und 62.) und Javi Garcia (59.) demütigten vor rund 25 000 Zuschauern, die mit einer Schweigeminute der Opfer der Überschwemmungen auf Madeira gedachten, die völlig überforderte Hertha. Höher hat Hertha im Europacup noch nie verloren; im Dezember 2008 hatte es bei Olympiakos Piräus ebenfalls ein 0:4 gegeben. «Es hat alles gefehlt, Benfica war in allen Belangen mindestens eine Klasse besser», gestand Hertha-Kapitän Arne Friedrich. In der Bundesliga wartet auf die Berliner beim schwierigen Unternehmen Klassenverbleib gegen Hoffenheim schon die nächste heikle Aufgabe. «Die Mannschaft wird wieder ein anderes Gesicht zeigen», versprach Friedrich. «Wir sollten das ganz schnell vergessen, was wir hier abgeliefert haben», erklärte Florian Kringe. Trainer Friedhelm Funkel merkte an, dass das frühe Aus nichts mit der Bundesliga zu tun habe und konnte der Pleite sogar Positives abgewinnen: «Wir können uns nun hundertprozentig auf die Bundesliga konzentrieren.»
Die Gäste aus der deutschen Hauptstadt hatten von Beginn an nicht nur mit einem Wolkenbruch, sondern auch mit der starken Benfica-Offensive zu kämpfen. Und das von Trainer Friedhelm Funkel angesichts des weit wichtigeren Abstiegskampfes in der Bundesliga auf einigen Position veränderte Team stand dabei auf verlorenem Posten. Funkels Enttäuschung hielt sich dennoch in Grenzen: «Die Mannschaft hat alles gegeben. Benfica ist eine absolute Spitzenmannschaft.» Nach den zuletzt strapaziösen Tagen mit vielen Spielen habe nach dem vorentscheidenden 0:2 vor allem die Kraft gefehlt, noch einmal zurückzukommen: «Da konnten wir nicht mehr mithalten», bemerkte der Hertha-Trainer. Das Trio Aimar, Javier Saviola (beide Argentinien) und Cardozo (Paraguay), das in der Meisterschaft schon 52 Tore produziert hat, stürzte Hertha immer wieder ins Chaos. «Benfica hat enorm viel Druck gemacht», analysierte Manager Michael Preetz. |