FIFA-Präsident Joseph Blatter hat scharf auf deutsche Kritik und Sorgen vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika reagiert. Der Schweizer schimpfte: «Es ist Unsinn, was Uli Hoeneß und Vertreter der deutschen Profiliga sagen. Unsinn!»
Der Bayern-Boss hatte die Vergabe der WM an Südafrika kürzlich als «größte Fehlentscheidung» Blatters bezeichnet. Reinhard Rauball, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatte nach dem Anschlag beim Afrika-Cup Konsequenzen für die WM gefordert. «Die Terror-Attacke in Angola mit der WM in Südafrika zu vergleichen, ist Unsinn», sagte Blatter der Deutschen Presse-Agentur dpa in Vancouver.
Der Präsident des Fußball-Weltverbandes sprach «von einer Art Anti-Afrika-Bewegung». In der «sogenannten alten Welt» entdeckte Blatter «einen Trend, warum zum Teufel Südafrika eine WM ausrichten solle», sagte der Schweizer. Er ergänzte: «Für die Kolonialisten war es einfacher, nach Afrika zu gehen, das Beste rauszuholen - und heute nehmen sie sich die besten Fußballer. Und wenn man was zurückgeben muss, wollen diejenigen nicht. Was soll das? Das ist respektlos gegenüber ganz Afrika.»
Vor Blatter hatte bereits der Chef des WM-Organisationskomitees, Danny Jordaan, von Vorurteilen gesprochen. Und der deutsche Botschafter in Südafrika, Dieter Haller, kritisierte «unbegründete und unverantwortliche Äußerungen». Auch Franz Beckenbauer hatte Hoeneß' Kritik zurückgewiesen und eine «grandiose Weltmeisterschaft» prognostiziert.