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Bayern schließen zu Bayer auf - Rivalen schwächeln

Düsseldorf (dpa) - 07.02.2010, 13:07 Uhr

Die Münchener Spieler bejubeln das Tor von Daniel van Buyten zur 2:0-Führung.
Die Münchener Spieler bejubeln das Tor von Daniel van Buyten zur 2:0-Führung.

Für den FC Bayern München war es ein perfekter Spieltag, doch Trainer Louis van Gaal mochte sich selbst über die Fast-Übernahme der Tabellenspitze nicht freuen. Im Gegenteil: Er war stocksauer.

«Ich bin sehr böse. Wir haben arrogant gespielt», schimpfte der Niederländer nach dem 3:1 bei Meister VfL Wolfsburg. Mit dem achten Sieg in Serie rückte der Rekord-Titelträger am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga der weiter ungeschlagenen Elf von Bayer Leverkusen (beide 45 Punkte) ganz dicht auf die Pelle und steht nur noch zwei Tore schlechter da als die Rheinländer, die durch das 1:1 beim VfL Bochum überraschend zwei Punkte liegen ließen. «Man kann von meiner Mannschaft nicht erwarten, dass sie jedes Spiel bis zum Saisonende gewinnt», sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes.

Auch die Verfolger patzten: Dem Tabellen-Dritten Schalke 04 wurde beim 0:0 in Freiburg ein klares Tor von Marcelo Bordon nicht zuerkannt, der Hamburger SV (36) musste beim 1. FC Köln nach klarem 3:1-Vorsprung in den Schlussminuten noch den 3:3-Ausgleich hinnehmen. Angesichts dieser Ergebnisse zeigte sich van Gaal dann doch ein wenig versöhnt: «Die Konkurrenz hat Punkte verloren, deshalb bin ich froh», meinte der Bayern-Coach, den die Konzentrationsmängel seiner Elf mehr ärgerten als der noch nicht vollzogene Wechsel an der Spitze. «Ich denke nicht, dass es so wichtig ist, jetzt Tabellenführer zu sein.»

Doch das scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Selbst Rudi Völler betonte, der Weg zum Titel führe nur über das Münchner Star- Ensemble. «Die Bayern sind gespickt mit Weltklasse-Spielern. Sie bestimmen, wer Meister wird», sagte Bayers Sportchef, der aber keinen Grund für «Weltuntergangsstimmung» sah. Größer war der Frust bei Schalke und dem HSV. «Das war ein extrem ärgerlicher und unnötiger Punktverlust», schimpfte Bruno Labbadia, dessen Elf in Köln in der Schluss-Viertelstunde noch die Tore von Milivoje Novakovic (75.) und Adil Chihi (88.) kassierte. Selbst der niederländische Stürmerstar Ruud van Nistelrooy konnte sich über sein Bundesliga-Kurzdebüt nicht mehr freuen. «Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an.»

Schalke-Coach Felix Magath platzte nach der Nullnummer in Freiburg der Kragen, weil Bordons Kopfball an die Unterkante der Latte (47.) deutlich hinter der Torlinie aufgesprungen war, der Treffer aber von Schiedsrichter Jochen Drees und dessen Assistenten nicht gegeben wurde. Doch nicht den Referees gab Magath die Schuld, vielmehr kanzelte er die Fußball-Regelhüter ab und forderte, technische Hilfsmittel in derlei Zweifelsfällen endlich in Anspruch zu nehmen. «Solange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir damit leben. Das ist ja die alte Nummer. Der DFB, die UEFA oder irgendein Verband glauben, ohne die neuartigen Instrumente auskommen zu können. Mit einem Chip im Ball hätten alle sofort Klarheit und wir bräuchten uns nicht zu ärgern», sagte Magath, dessen Elf mit drei Punkten hinter dem Spitzen-Duo aber weiter auf Europapokal-Kurs steuert.


Werder Bremen (2:1 am Freitag gegen Hertha BSC) und 1899 Hoffenheim (2:1 gegen Hannover 96) stoppten ihre Negativserien, das Trio im Tabellenkeller verlor weiter an Boden. Hannovers Talfahrt setzt sich auch unter Mirko Slomka fort, der das Trainer-Duell gegen seinen langjährigen «Chef» Ralf Rangnick verlor. Slomka durfte sich allein über das Ende der Funkstille zwischen ihm und Rangick freuen, mit dem er sich nach dessen Rauswurf auf Schalke überworfen hatte: «Es war schön, sich endlich einmal wiedergesehen zu haben.»

Auch der Tabellen-17. 1. FC Nürnberg konnte den VfB Stuttgart nicht stoppen, der unter Trainer Christian Gross volle Fahrt aufgenommen hat. Doch das unglückliche 1:2 durch Roberto Hilberts «Last-Minute-Tor» wirft FCN-Coach Dieter Hecking nicht um: «Meine Mannschaft hat klasse gespielt. Wenn sie so weitermacht, kommt sie da unten raus.» Die abgeschlagenen Berliner dagegen kann wohl nur noch ein Wunder vor dem Sturz in die 2. Liga retten. Auch wenn Trainer Friedhelm Funkel das anders sieht. «Wir haben noch eine Chance - und die werden wir nutzen. Hertha steigt nicht ab.»

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