Grafite ist ein Torjäger von der traurigen Gestalt und symbolisiert derzeit geradezu den Niedergang des deutschen Fußball-Meisters. Im April tanzte der Wolfsburger Stürmer die Bayern noch aus, umdribbelte die gesamte Abwehr und kickte den Ball mit der Hacke ins Netz.
Jetzt, zehn Monate nach dem Tor des Jahres, gelingt fast nichts mehr, wie auch bei der 1:3-Niederlage gegen die Bayern wieder zu beobachten war. Zwei «Freischüsse» hatte Grafite, im Vorjahr mit 28 Treffern der erfolgreichste Torjäger der gesamten Liga. Erst scheiterte er allein auf Bayern-Keeper Jörg Butt zulaufend, dann patzte er sogar beim Elfmeter. Es war eine kuriose Pointe, dass der Brasilianer doch noch traf und in der letzten Minute per Kopf zum Ehrentreffer abstaubte - sein sechstes Tor in dieser Spielzeit.
Sein neuer Trainer wollte das als Hoffnungszeichen gedeutet wissen. «Ich habe zu ihm gestanden», betonte Lorenz-Günther Köstner und verwies darauf, dass er Grafite nicht ausgewechselt habe. Der Nachfolger stellte den Angreifer sogar als Vorbild hin, der zeige, wie der VfL wieder aus der Krise kommen könnte: «Er ist in der Woche beim Training freiwillig länger auf dem Platz geblieben. Das verlange ich auch von den anderen.»