Frust beim HSV - Labbadia «mehr als enttäuscht»
Köln (dpa) - 07.02.2010, 10:07 Uhr
Die Kölner Spieler feiern den Ausgleich zum 3:3 von Chihi.
Der Hamburger SV verliert die Champions League aus den Augen und präsentiert ein gewaltiges Frustpotenzial. Das 3:3 (2:1) beim 1. FC Köln war eine gefühlte Niederlage, Doppel-Torschütze Mladen Petric nur noch sauer: «Der Ärger ist riesig.» Kein Wunder, führten die Hanseaten vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion von 2006 durch Marcell Jansen (2.) und die Petric-Treffer in der 36. und 50. Minute (Handelfmeter) doch schon 3:1. Die Bundesliga-Kurzpremiere von Holland-Superstar Ruud van Nistelrooy stand vor der Krönung. Doch alles kam anders. Milivoje Novakovic (75.) und der erneut starke Adil Chihi zwei Minuten vor Spielende ließen «Van the Man» und seine neuen hanseatischen Fußball-Mitstreiter fast verzweifeln. «Ich kann mich nicht freuen. Die Enttäuschung ist da. Das tut weh», hielt der von Real Madrid zum HSV gelockte van Nistelrooy nach seinem Minuten-Debüt fest. Trainer Bruno Labbadia schimpfte: «Das war ein extrem ärgerlicher und unnötiger Punktverlust. Wir sind mehr als enttäuscht.»
Mit diesem Gefühl hat Labbadia in seiner ersten Saison beim HSV so seine Erfahrungen. Verletzungen, Rückschläge, zu wenig Konstanz, jetzt schon die dritte Partie nacheinander ohne dreifachen Punktgewinn und bereits nach 21 Spieltagen ein gehöriger Punkte-Abstand auf Rang drei - Labbadia war bedient: «Wir denken jetzt nicht über die nächsten Wochen nach. Wir ärgern uns, dass wir zwei Punkte liegengelassen haben. Das ist der Ist-Zustand.» Und der brachte den Hessen auf die Palme, obwohl er seinem Team eine sehr gute Leistung attestierte: «Aber wenn man hier 3:1 führt, dann muss man das über die Runden bringen. Leider wurde die Entscheidung verpasst.» Der Labbadia-Vorwurf an die HSV-Profis kam gleich doppelt: Nach Jansens frühem 1:0 und auch nach dem 3:1 hätte sein Team «das Fußballspielen eingestellt und es versäumt, das 4:1 und das 5:1 zu machen». Van Nistelrooy pflichtete bei: «Dieses Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an.» |