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Bayern siegt weiter: Nun klappt's auch beim Jubel

31.01.2010, 13:15 Uhr

Der Münchner Franck Ribéry (r) passiert den Mainzer Niko Bungert.
Der Münchner Franck Ribéry (r) passiert den Mainzer Niko Bungert.

München (dpa) - Ein ungutes Gefühl beschlich Louis van Gaal während der 90 Minuten gegen den FSV Mainz nur ein einziges Mal: Beim Treffer zum 3:0-Endstand.

Der überragende Arjen Robben startete wie schon vor einer Woche seinen Jubel-Lauf Richtung Trainer - doch was in Bremen mit einem Sturz des Fußball-Lehrers und einer Blessur endete, ging diesmal gut aus. «Ich habe eine Verletzung an meinem Oberschenkel, und ich muss sehr ruhig machen, auch bei einem Tor. Da kommt der Robben wieder zu mir, so hatte ich ein bisschen Angst - und ich habe mich ein bisschen zurückgezogen», beschrieb van Gaal seine leicht zögerliche Jubel-Haltung. Diesmal blieb der Trainer-Koloss standhaft, als ihm sein derzeit bester Fußballer in die Arme hüpfte. Aber wegen des immer noch lädierten Oberschenkels konnte der Coach des FC Bayern München nur zu seinem Bankplatz zurückhumpeln.

Der Gang des Trainers ist noch nicht wieder rund, ansonsten aber läuft es beim deutschen Fußball-Rekordmeister wie am Schnürchen. Sieben Siege in Folge, 13 Spiele ungeschlagen - die Münchner jagen eigene Bestmarken und scheinen derzeit nicht zu stoppen. «Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner», meinte ein hochzufriedener van Gaal. «Wir haben heute unser bestes Heimspiel gezeigt.» Das Heim-Comeback von Franck Ribéry geriet im Schneetreiben nur zu einer Randnotiz - auch wenn der Franzose so schnell wie möglich zurück in die Startformation will.

31:6 Torschüsse, 26:2 Flanken, 64:36 Prozent Ballkontakte lautete auch die statistische Bilanz der Münchner. Ballbesitz hatte die van- Gaal-Truppe auch in der Anfangsphase der Saison zur Genüge, jetzt spielt sie auch produktiv. Selbst ein verschossener Elfmeter in der torlosen ersten Spielhälfte von Torhüter Jörg Butt, der beim 31. Liga-Strafstoß zum 5. Mal scheiterte, brachte die Münchner nicht aus dem Rhythmus. «Vor ein paar Monaten noch hätten wir uns schwerer getan», analysierte Torjäger Mario Gomez, der nach dem Schlusspfiff schwärmte. «Für mich persönlich ist es so schön wie noch nie in meiner Karriere. Jedes Spiel macht unheimlich Spaß.»

Schön anzusehen sind die Angriffe der Münchner in diesen Tagen vor allem dank des Mannes mit der langen Unterhose: Arjen Robben. «So kennen wir ihn. Überragend im Eins-gegen-Eins oder auch im Eins- gegen-Zwei. Super», sagte Philipp Lahm. «Dazu kommt dann normal auch Franck auf der anderen Seite.» Und wenn die filigranen Fußball-Profis mal nicht weiterhelfen, ist da noch ein Brecher wie Daniel van Buyten. Mit seinem fünften Liga-Saisontor (58.) brach er auch dank Unterstützung des Mainzer Torhüters Heinz Müller den Bann. «Typischer Torwartfehler, auch wenn ich durch das wilde Schneetreiben den Ball nicht gut gesehen habe», meinte der bis dahin starke Gäste- Schlussmann. Gomez (75.) und Robben (86.) legten nach.


Robben setzte mit dem 3:0 den Schlusspunkt unter seine herausragende Vorstellung - neben dem Schützen durfte Ribéry beim Freistoß nur zuschauen. Wie auch eine Stunde beim Spiel. «Ich denke, dass Franck Ribéry auch sehen kann, dass wir auch ohne ihn sehr gut spielen», sagte van Gaal, der beim Star weiter auf den langsamen Formaufbau setzt. «Ich muss ihn in Bundesliga-Spielen integrieren, das ist nicht einfach.» Der mag nicht lange warten. «Ich trainiere seit zwei Wochen ganz gut und muss jetzt nur noch meinen Rhythmus wieder finden», sagte das Offensiv-Ass.

Auch angesichts des 2:1-Erfolges im Hinspiel waren die Mainzer nach dem 0:3 nicht allzu enttäuscht. «Man muss anerkennen, wenn man auf einen Gegner trifft, der im Moment in einer anderen Liga spielt. Aber wenn man in einer Saison drei Punkte gegen Bayern holt, kann man zufrieden sein», sagte 05-Manager Christian Heidel.

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