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Großartiger Kroos: «Ganz tolle Entwicklung»

Sinsheim (dpa) - 25.01.2010, 14:11 Uhr

Der Leverkusener Toni Kroos jubelt nach seinem Treffer zur 2:0 Führung gegen Hoffenheim.
Der Leverkusener Toni Kroos jubelt nach seinem Treffer zur 2:0 Führung gegen Hoffenheim.

Sinsheim (dpa) - Groß, größer, Kroos: Bei Bayer Leverkusen ist Mittelfeld-Talent Toni Kroos ein herausragender Kopf, in der Fußball-Nationalmannschaft kann der 20-Jährige jetzt weiter wachsen.

«Toni hat eine ganz tolle Entwicklung gemacht. Warum soll er nicht auf den Zug nach Südafrika aufspringen - oder besser gesagt, ins Flugzeug steigen?», sagte sein Trainer Jupp Heynckes nach dem 3:0 (1:0)-Sieg von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim über seinen Matchwinner - und schob froh gelaunt hinterher: «Mit dem Schiff fährt man heutzutage ja nicht mehr zu einer WM.» Der älteste Bundesliga-Coach und Bundestrainer Joachim Löw stimmten eine Lobeshymne nach der anderen auf Kroos an.

Beim Leistungstest der DFB-Auswahl in Sindelfingen ist der gebürtige Greifswalder der jüngste Profi, doch klein macht er sich deshalb nicht. «Das ist eine schöne Auszeichnung, im 30er Kader dabei zu sein», sagte er. «Aber allein damit will und kann ich mich nicht zufriedengeben.» Er wolle sich jedoch erstmal im neuen Umfeld zurechtfinden. «Ich habe überhaupt nicht mit einer Einladung gerechnet. Aber mir ist jetzt auch klar, dass ich bei stabilen Leistungen von der WM im Sommer träumen darf.»

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Auch Löw bescheinigte Kroos eine «sehr, sehr gute Entwicklung. «Er hat sich im Herbst und Winter deutlich verbessert. Er wirkt sehr reif», sagte der Bundestrainer. «Er hat enorm viele Möglichkeiten und eine sehr gute Perspektive.»

Als Kroos nach dem Abpfiff der Partie gegen Hoffenheim von Mikrofon zu Mikrofon wanderte, klebte immer noch ein Grashalm in seinem Lausbuben-Gesicht: Kroos hat das Kämpfen gelernt. Der nach seinem Teamkollegen Stefan Kießling und dem Bremer Mesut Özil erfolgreichste Scorer der Liga zeigte vor 29 500 Fans in der Rhein-Neckar-Arena wilde Entschlossenheit: Das 1:0 durch Abwehrchef Sami Hyypiä (11. Minute) hatte er ohnehin vorbereitet. Das vorentscheidende 2:0 (51.) erzielte er selbst und beim 3:0 durch Tranquillo Barnetta (71.) legte er wieder auf.


Das Fachblatt «kicker» kürte Kroos am Montag zum «Mann des Tages» - als ersten Profi überhaupt zum dritten Mal hintereinander. Mit acht Treffern (bei sieben Torvorlagen) ist er der torgefährlichste Mittelfeldakteur der Liga. «Das ist eine gute Ausbeute. Ich versuche, das noch auszubauen. Das ist mein Ziel für die nächsten Wochen.»

Löw traut dem Leverkusener sowie dem Münchner Thomas Müller zu, irgendwann mal die Lücke auf der Außenposition im DFB-Team zu schließen. Der Bundestrainer hat außerdem angekündigt, mit den Neulingen Kroos, Müller und Dennis Aogo bei dem Lehrgang Einzel- Gespräche zu führen. Dabei wird er von Kroos auch wissen wollen, wo die Leverkusener Leihgabe des FC Bayern nächste Saison spielt. Trotz der von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon angekündigten Rückholaktion hat sich Münchens Trainer Louis van Gaal noch nicht zu der Personalie geäußert. Sportdirektor Christian Nerlinger meinte, man brauche ein Konzept, wie man mit dem Mittelfeld-Talent plane.

«Der Spieler muss wollen», gab Heynckes zu bedenken. «So wie ich es sehe, fühlt er sich bei uns sehr wohl und weiß, dass er seine Spielminuten bekommt. Das weiß er bei den Bayern nicht.» Kroos selbst verwies in einem Interview (www.dfb.de) auf ein Gespräch mit den Bayern in den kommenden Wochen: «Dann werden wir entscheiden.»

Beim DFB war man nicht glücklich darüber, wie der einstige U-17-Kapitän, der bei der WM 2007 in Südkorea zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, nach einem furiosen Start beim FC Bayern zunächst in der Versenkung verschwand. Mit 17 Jahren und 265 Tagen lief er einst als jüngster Bayern-Profi überhaupt in der Bundesliga auf. Knapp zweieinhalb Jahre später kommt Kroos in Leverkusen groß raus. Über den Kopf wird ihm der erneute Hype und das Wechseltheater mit München nicht wachsen. «Nicht nur seine fußballerischen Fähigkeiten sind einfach superklasse, er ist auch psychisch und mental stabil. Das zeigt, dass er für höhere Aufgaben gewappnet ist», sagte Heynckes.

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