Van Gaal liegt Robben zu Füßen - Veh bangt um Job
Düsseldorf (dpa) - 24.01.2010, 17:26 Uhr
Münchens Thomas Müller (r) jubelt mit Mario Gomez über sein Tor zum 1:1.
Die Fußball-Bundesliga schüttet zu Beginn des WM-Jahres ein Füllhorn an Attraktionen und Besonderheiten der Güteklasse A aus. Weltstar Ruud van Nistelrooy heuert «absolut spektakulär», wie Günter Netzer in «Bild am Sonntag» befand, in Hamburg an. Van Nistelrooys niederländischer Landsmann Arjen Robben schießt Bayern München zumindest über Nacht so kunstvoll an die Spitze, dass Trainer Louis van Gaal sich ihm zu Füßen legt. Schalke verschenkt Sieg und Top-Position, der frühere 04-Coach Mirko Slomka erlebt mit Hannover eine bittere Wiedereinstands-Pleite und bleibt ebenso erfolglos wie Dieter Hecking mit Nürnberg. Christian Gross und der VfB Stuttgart eilen dagegen von Sieg zu Sieg, befreien sich mehr und mehr aus ihrer einstigen Zwangslage. VfL Wolfsburgs Chefcoach Armin Veh wird es nach der 2:3-Pleite gegen den 1. FC Köln dagegen immer wackeliger auf seinem Trainerstuhl. Für den einmal mehr entzauberten deutschen Meister war es bereits das neunte Pflichtspiel in Serie ohne «Dreier». Die Kölner sammelten mit dem fünften Saisonsieg dank des Siegtreffers von Adil Chihi (74. Minute) drei wertvolle Punkte gegen den Abstieg.
Robben krönte seinen 26. Geburtstag mit einer Gala und einem Traumtor zum 3:2 des Rekord-Titelträgers bei Werder Bremen. «Ich bin heute ein sehr glücklicher Trainer», hielt van Gaal fest, nachdem er im Überschwang der Gefühle, aber nicht aus freien Stücken, zu Boden gegangen war. Lediglich eines stimmte ihn beim Comeback des eingewechselten Franck Ribéry kritisch: «Dass wir nur 3:2 gewonnen haben.» Robben war nach dem achten Pflichtspielsieg in Serie mit der Ausbeute ebenfalls unzufrieden: «Heute hätten wir vielleicht zehn Tore machen können.» Ein derartiges Übermaß wäre Felix Magath höchst willkommen gewesen. Doch die junge Schalker Mannschaft des Meister-Machers ließ sich im «kleinen» Derby beim VfL Bochum nach einem sicheren 2:0 in der Schlussphase noch die Butter vom Brot nehmen. «Zwei Punkte verschenkt», hielt Magath fest. «So ist es, wenn man Spieler hat, die nicht viel über Erfahrung verfügen», konstatierte er nachsichtig, ließ aber seinem Frust dann freien Lauf, als er sich unbeobachtet wähnte: «In der Nachspielzeit - das darf doch nicht sein», brüllte der stets um Kontrolle bemühte Magath in der Kabine. |