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Afrika-Cup als WM-Test für Drogba, Eto'o und Co.

Stuttgart (dpa) - 08.01.2010, 11:47 Uhr

Didier Drogba gehört zu den Stars beim Afrika Cup.
Didier Drogba gehört zu den Stars beim Afrika Cup.

Den Afrika-Cup vor Augen, die WM im Kopf: Für Stars wie Didier Drogba (Elfenbeinküste), Samuel Eto'o (Kamerun) oder John-Obi Mikel (Nigeria) ist die am10. Januar in Angola beginnende Kontinental-Meisterschaft eine besondere Herausforderung.

Sie gehen mit ihren Mannschaften als große Favoriten in das Turnier, das schon ganz im Zeichen der Fußball-WM im Sommer steht. «Das ist eine Art Generalprobe. Der Sieger des Afrika-Cups ist sicherlich auch einer der Favoriten in Südafrika», sagt Eto'o.

Wer wie die Ivorer, Ghana, Kamerun, Nigeria und Algerien bei beiden Turnieren dabei ist, für den hat ihre dichte Abfolge nur einen Haken: Den großen Fußball-Nationen Afrikas fällt es traditionell schwer, sich auf zwei Großereignisse innerhalb eines Jahres zu konzentrieren. Nur Nigeria gelang es 1994 einmal, binnen sechs Monaten den Afrika-Cup zu gewinnen und dann auch noch eine gute WM zu spielen. 2006 wurde wie auch 2008 Ägypten afrikanischer Meister. Die letzte WM-Teilnahme der «Pharaonen» liegt aber schon 20 Jahre zurück. 2002 holte Winfried Schäfer mit Kamerun den Titel. Fünf Monate später scheiterte seine Mannschaft bei der WM in Japan und Südkorea an den dadurch geweckten überbordenden Erwartungen.

Für die Trainer ist es deshalb ein Spagat, beide Meisterschaften zu verbinden. Ghanas Coach Milovan Rajevac etwa setzt in Angola auf acht U20-Weltmeister von 2009. So kann er mit Blick auf die WM und das Gruppenspiel gegen Deutschland dort schon einmal testen, auf welches seiner Talente er sich im Verlauf eines langen Turniers verlassen kann. Die größten Sorgen bereiten Rajevac ohnehin seine Stars. Stephen Appiah (FC Bologna) ist verletzt, Sulley Ali Muntari (Inter Mailand) liegt mit dem Coach über Kreuz und Mickael Essien (FC Chelsea) bangt wegen Visa-Problemen um seine Teilnahme am Cup.

Der ivorische Coach Vahid Halilhodzic hat derweil seinen Mittelfeld-Motor Romaric aus disziplinarischen Gründen aus dem Afrika-Cup-Kader gestrichen. Sportlich könnte er den Spieler vom FC Sevilla gut gebrauchen. Aber ein halbes Jahr vor der WM ist dem Trainer das Zeichen wichtiger, das er mit diesem Schritt setzt: Niemand darf mehr aus der Reihe tanzen.


Aber auch ohne Romaric hat die Elfenbeinküste den stärksten Kader Afrikas. Alle Stars wie Drogba, Salomon Kalou (beide FC Chelsea) oder die Touré-Brüder Kolo (Manchester City) und Yaya (FC Barcelona) spielen in Europa. «Wir sind wie eine große Familie», sagt Drogba. «In jedem Team, in dem viele Stars spielen, ist es wichtig, einen gemeinsamen Nenner zu finden, der die Spieler enger zusammenrücken lässt. Wir wollen unser Land stolz machen.» Für Kamerun mit Eto'o (Inter Mailand) und Alexandre Song (FC Arsenal) oder Nigeria mit Chinedu Obasi (Hoffenheim) und Mikel gilt dasselbe. «Wir können es schaffen», sagt Eto'o. «Wir dürfen nur niemanden unterschätzen.»

Kolo Touré hat unterdessen für eine Verlegung des Afrika Cups in die Spielpausen der europäischen Ligen plädiert. «Es ist schwer, die Mannschaft für einen Monat zu verlassen, um beim Afrika Cup zu spielen», zitierte das Internetportal «Ghanasoccernet» den Profi. «Andererseits spielt man dort für sein Land, für seine Familie, für seinen Stolz.» «Wir sind zwischen zwei wirklich wichtigen Dingen in unserem Leben gefangen», beschrieb Touré das Dilemma afrikanischer Fußballer, die bei europäischen Clubs unter Vertrag stehen. «Es wäre großartig für uns, wenn eine Verlegung des Afrika Cups in die Spielpause der europäischen Profiligen möglich wäre.»

Zu den weiteren Favoriten zählen neben Titelverteidiger Ägypten (mit dem Dortmunder Mohamed Zidan) auch Gastgeber Angola und Mali. Beide bestreiten am 10. Januar um 20.00 Uhr das Eröffnungsspiel. Mali hat mit Frederic Kanouté (FC Sevilla) oder Mohamed Sissoko (Juventus Turin) auch Stars. Aber sie können sich ganz auf den Afrika-Cup konzentrieren. Bei der WM im Sommer sind sie nicht dabei.

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