Paderborns Schachten (l) und der Paulianer Naki Deniz (m) kämpfen um den Ball.
Aus für Benno Möhlmann, versöhnlicher Abschluss für Bielefeld: Am 17. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga reichte dem Ex-Bundesligisten eine Nullnummer bei Rot-Weiß Oberhausen, um als Tabellendritter auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz zu überwintern.
Die Herbstmeisterschaft war für Kaiserslautern nicht gefährdet, aber dem Siegeszug der Pfälzer setzte der FC Augsburg ein Ende. Im Finale der Hinserie feierte das Team von Trainer Jos Luhukay im Schlagerspiel gegen den enttäuschenden Tabellenführer einen überzeugenden 4:1 (2:0)- Erfolg.
Trotz der ersten Niederlage nach zuvor sechs Siegen in Folge geht der FCK mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz als Aufstiegsfavorit Nummer eins in die Winterpause. Stephan Hain (2. Minute), Marcel Ndjeng (31.), Top-Torjäger Michael Thurk mit seinem 15. Saisontreffer und Sandor Torghelle in der Nachspielzeit besiegelten vor 23 124 Zuschauern in der Impuls Arena Lauterns erste Auswärtsniederlage der Saison. Der seit fünf Spielen ungeschlagen FCA stellte als Tabellenfünfter Kontakt zu den Spitzenplätzen her.
Trainer Möhlmann wird in der Rückrunde nicht mehr auf der Trainerbank der SpVgg Greuther Fürth sitzen - die «Kleeblätter» und der 55 Jahre alte Fußballlehrer einigten sich auf ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit. «So kann es nicht weiter gehen. Wir müssen einen neuen Ansatz finden», hatte Präsident Helmut Hack nach sechs Spielen ohne Sieg und fünf Heimniederlagen in Folge schon nach der 1:4-Pleite gegen den Karlsruher SC den achten Trainerwechsel dieser Saison angedeutet.
Arminia Bielefeld feierte den ersten Punktgewinn nach fünf Niederlagen in Serie, der FC St. Pauli ging dagegen völlig leer aus. Die «Kiezkicker» kassierten beim SC Paderborn eine unnötige 1:2- Niederlage. «Das ist beschissen und kotzt mich an», klagte St. Paulis Torwart Mathias Hain mit drastischen Worten, «wir haben wichtige Punkte liegen lassen, die uns hoffentlich nicht am Saisonende fehlen.» Trainer Holger Stanislawski reagierte gelassener: «Das ist ärgerlich, wirft uns aber nicht um.» Der seit sechs Spielen sieglose 1. FC Union Berlin und der TSV 1860 München trennten sich 1:1.
Auf dem schneebedeckten Spielfeld in Oberhausen führte der Zufall Regie, am Ende der Schneelotterie waren beide Teams mit der Punkteteilung zufrieden. «Es war ein logisch gerechtes Unentschieden», stellte Arminen-Coach Thomas Gerstner fest, «dass wir Dritter sind, ist mir egal. Wichtig ist, dass wir in Schlagweite nach oben bleiben.» St. Pauli büßte nach drei Spielen ohne Niederlage erstmals wieder drei Punkte ein, geht aber trotzdem als Tabellenzweiter in die Weihnachtsferien. Mahir Saglik (69. Minute) per Foulelfmeter und Sören Brandy (76.) stellten Paderborns verdienten Erfolg sicher.
Das von klirrender Kälte begleitete Duell an der «Alten Försterei» in Berlin endete mit Dramatik, als in der Nachspielzeit 1860-Torwart Gabor Kiraly und der Innenpfosten bei einem Schuss von Dominic Peitz den Union-Sieg verhinderten, und Tumulten. Sekunden vor dem Abpfiff rempelte «Löwe» Sascha Rösler Peitz zu Boden, wurde aber nicht mehr bestraft. Vor dem Gang in die Kabinen hatten sich alle wieder lieb. «Das soll man nicht überwerten», meinte Union-Trainer Uwe Neuhaus. Auch 1860-Trainer Ewald Lienen wollte das «bisschen Hektik» nicht dramatisieren. Björn Brunnemann (11.) köpfte Berlin in Führung, Charilaos Pappas (36.) markierte den Ausgleich für die seit fünf Spielen ungeschlagen Münchner.
Als bester Aufsteiger beendete Fortuna Düsseldorf die Hinserie, verpasste aber mit der 1:2-Niederlage in Rostock den dritten Platz. Trainer Norbert Meier zog dennoch hochzufrieden Halbzeitbilanz: «Insgesamt möchte ich meiner Mannschaft für die Leistung in der ersten Halbserie ein großes Kompliment machen».