Für die DFL geht's um Millionen - TV-Klage vertagt
Luxemburg (dpa) - 07.12.2009, 12:15 Uhr
Ein Kameramann verfolgt ein Spiel der Fußball-Bundesliga.
2010 könnte nicht nur für die Deutsche Fußball Liga (DFL) ein Jahr finanzieller Einbußen werden. Vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wird im kommenden Jahr die Klage der englischen Premier League unter anderem gegen die im Pay-TV-Bereich tätige Firma «QC Leisure» verhandelt. In dem Verfahren sollen die Richter letztendlich klären, ob der derzeit praktizierte Verkauf von Fernsehrechten nach Ländern mit dem EU-Recht überhaupt noch vereinbar ist. Ursprünglich war ein EuGH-Termin für diesen Dienstag anvisiert worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag erfuhr, wird es erst 2010 zu einer Verhandlung kommen. Ein genauer Termin steht derzeit noch nicht fest. Die EU-Kommission mit der Medienkommissarin Viviane Reding an der Spitze will die aktuelle Vergabesituation ändern und somit auch diesen Markt liberalisieren. Das hätte vor allem für die großen Fußball-Ligen wie in England, Deutschland, Spanien und Italien erheblich negative Folgen.
Nicht nur die DFL blickt mit Argusaugen auf das Verfahren, denn es geht um Millionen. Sollte es zu einer Öffnung bei der Vermarktung der TV-Rechte kommen, würde das erdrutschartige Auswirkungen auf die Auslandsvermarktung in Europa haben. Die DFL müsste mit einem Verlust im zweistelligen Millionen-Bereich rechnen. Denn die Käufer der Bundesliga-Live-Rechte, die aktuell Sky hat, dürften die Spiele dann nicht nur in Deutschland, sondern allen 27 EU-Mitgliedsstaaten ausstrahlen. Andere Verträge der DFL wie derzeit mit Eurosport, das die Bundesliga in den europäischen Nachbarländern zeigt, könnten dann nicht mehr abgeschlossen werden. Nachteil Vermarkter: Ihnen, die derzeit ihre Produkte in jedem EU- Land einzeln anbieten können, würden Millioneneinnahmen durch die Lappen gehen. Vorteil Fernsehzuschauer: Sie könnten sich bislang urheberrechtlich geschützte Sendungen ausländischer Fernsehanbieter im eigenen Land ansehen und das meist auch noch für weniger Geld. |