SC Verl: Kein Spieler hat Manipulationen gestanden
Verl (dpa) - 25.11.2009, 11:41 Uhr
Patrick Neumann (Foto von 2005) wurde beim SC Verl suspendiert.
Nach Informationen des Fußball- Regionalligisten SC Verl hat bislang kein Spieler des Vereins Manipulationen im Wettskandal eingeräumt. «Meines Wissens nach hat nicht ein Spieler ein Geständnis abgelegt - weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei uns», sagte der Vorsitzende Peter Mankartz der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Club hatte allerdings einen Tag zuvor die Spieler Patrick Neumann und Tim Hagedorn vorläufig vom Spiel- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen. «Wir können nur Spieler suspendieren, wenn wir Anhaltspunkte haben», erklärte Mankartz. Auch die Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte auf Anfrage keine Medienberichte, wonach drei Spieler der Ostwestfalen zugegeben hätten, bei zwei Partien der vergangenen Saison bestochen worden zu sein. «Zu einzelnen Namen äußern wir uns aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, und weil die Unschuldsvermutung gilt. Die Wurzel des Übels liegt nicht im Fußball, sondern in einer kriminellen Gruppe, die Wettbetrügereien begeht», sagte Behördensprecher Bernd Bienioßek der dpa.
Der Club hatte Hinweise erhalten, dass bei den Partien bei Borussia Mönchengladbach II (4:3) und gegen den 1. FC Köln II (0:1) Spielmanipulationen versucht worden seien. Daraufhin hatte Verl seine Erkenntnisse nach Rücksprache mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Ermittlungsbehörden zu Protokoll gegeben. In Gladbach hatte Verl eine 3:0-Führung zunächst aus der Hand gegeben, durch ein Tor in der 89. Minute aber doch noch gewonnen. Ein Eigentor führte zur Niederlage gegen Köln. Der damalige Verler Trainer Mario Ermisch nimmt an, dass die geplante Manipulation gegen Gladbach «schief gegangen» sei. «Der Sachverhalt ist klar», sagte der Rechtsanwalt und heutige Coach des Westfalenligisten TuS Dornberg der dpa. «Ich gehe davon aus, dass es ein einziger, vielleicht zwei Spieler waren, die versucht haben, andere mit ins Boot zu holen.» Diese hätten dann Gewissensbisse bekommen und mit der Staatsanwaltschaft gesprochen. «Ich gehe davon aus, dass es diese Aussagen gibt», sagte Ermisch. |