Sportwetten: Ein Geschäft in rechtlicher Grauzone
Hamburg (dpa) - 23.11.2009, 13:30 Uhr
Wettscheine sind in einem Wettbüro ausgelegt.
Das seit Jahrzehnten bestehende Wettmonopol ist eines der letzten staatlichen Monopole in Deutschland. Danach dürfen Glücksspiele - außer Pferdewetten - nur von Lottogesellschaften der Länder angeboten werden. Der Staat möchte Glücksspiele steuern, damit Bürger nicht der Spielsucht verfallen. Das Bundesverfassungsgericht erklärte das Wettmonopol mit einem Urteil vom 28. März 2006 für zulässig. Mit dem neuen Lotterie-Staatsvertrag von 2006 sichern die Länder das Monopol für zunächst vier weitere Jahre. Der Vertrag trat am 1. Januar 2008 in Kraft. Mit dem Internet bekamen staatliche Lotterien besonders im Bereich der Sportwetten scharfe Konkurrenz von privaten Anbietern. Diese Firmen, meist mit Sitz im Ausland, können deutlich attraktivere Quoten anbieten, weil sie keine Konzessions-Abgaben an den Staat leisten müssen. Glücksspiele im Internet sind in Deutschland illegal. Im April 2009 scheiterte ein privater Anbieter in Karlsruhe mit der Klage gegen ein Vermittlungsangebot von Sportwetten aus Malta.
Jährlich wird in der Bundesrepublik mehr als eine Milliarde Euro bei Sportwetten umgesetzt. Die Fußballwetten haben bei Zockern den Wetten auf Pferderennen den Rang abgelaufen. Auch auf Formel 1, Eishockey, Tennis, Wintersport oder Hunderennen wird gesetzt. Einziger staatlich lizenzierter Wettanbieter in Deutschland ist Oddset, für den Aufträge aber nur in Lotto-Annahmestellen angeboten werden. Im Internet gibt es zahlreiche private Anbieter. Als Marktführer in Europa gilt bwin aus Österreich mit einem Umsatz von 263 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2009. Viele Online-Buchmacher mit Sitz in Gibraltar, Malta oder anderen Steueroasen bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, weil sie keine Lizenz für die Heimatländer ihrer Kunden haben. |