Hannover-Fans geschockt: «Enke war eine Kultfigur»
Hannover (dpa) - 11.11.2009, 08:53 Uhr
Trauernde Fans von Nationaltorwart Enke stellen Kerzen vor die Geschäftsstelle von Hannover 96.
Warum ausgerechnet er? Immer wieder stellten sich fassungslose Fans von Fußball-Bundesligist Hannover 96 diese quälende Frage. Eine Antwort fanden sie nicht. Tief betroffen, schweigend, mit Tränen in den Augen gedachten sie am Dienstagabend vor dem Stadion in der niedersächsischen Landeshauptstadt ihres «Helden», nahmen Abschied von Robert Enke. Kerzen wurden entzündet, fast schon symbolisch regnete es. «Auch der Himmel weint», sagte Andre Schneider mit stockender Stimme. Unter Schock standen auch Enkes Teamkollegen. Mike Hanke, Sergio Pinto, Arnold Bruggink - nach und nach fanden sich die Kollegen Enkes an der Spielstätte des Erstligisten ein. Zu einer Stellungnahme waren sie nicht in der Lage. Noch am Sonntag hatten sie gemeinsam mit Enke und den Fans den Nord-Klassiker gegen den Hamburger SV (2:2) bestritten.
Auf der Internetseite von Enke «enke1.de» findet sich die Nachricht «Wir trauern um Robert Enke». Darunter ist ein Kondolenzbuch, indem unzählige Menschen bereits ihr Beileid bekundet haben. Auch auf der Homepage von Hannover 96 ist nur noch die Traueranzeige mit Enkes Lebensdaten zu sehen. Über das Fernsehen, Radio, Internet - die Nachricht vom plötzlichen Tod des National-Torhüters verbreitete sich in Hannover in Windeseile. Nach und nach fanden sich immer mehr Anhänger vor der 96-Geschäftsstelle ein. In Gedanken für sich oder im leisen Dialog mit den anderen gedachten sie des Verstorbenen. «Gleich mein erster Gedanke war, wir müssen zum Stadion und eine Kerze anzünden», sagte Bettina Stümpel. Diese Tragödie zeige, wie wenig man einen Menschen manchmal kenne. Ihr Mann, seit über 30 Jahren Anhänger der «Roten», ist wie sie zutiefst geschockt. «Er war ein absoluter Sympathieträger, das ist alles unfassbar», meinte Michael Stümpel. |