Polizeigewerkschaft für «Schwarze Vereins-Liste»
Berlin (dpa) - 05.11.2009, 13:07 Uhr
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, fordert «Schwarze Liste».
Angesichts zunehmender Gewalt bei Fußballspielen fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine «Schwarze Liste» von Vereinen, in deren Umfeld es häufiger zu drastischen Ausschreitungen kommt. «Die Problem-Vereine müssen klar benannt werden, damit alle Verantwortlichen geeignete Maßnahmen zur Gewalteindämmung diskutieren können. Gleichzeitig sollten diese Vereine damit unter Druck gesetzt werden, selbst aktiver an der Verbesserung ihres Image zu arbeiten. Es kann nicht sein, dass wegen einiger schwarzer Schafe das gesamte Fußballgeschehen diskreditiert wird», sagte GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg in einer Presseerklärung. Freiberg schlug vor, dass bei den kleinsten Zeichen von Gewalt oder dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf den Rängen, Spiele unterbrochen werden und Spieler wie Vereinsführungen sich gegen die Krawallmacher stellen. Wenn dies nicht helfe, müsse das Spiel eben abgebrochen werden und das nächste Spiel ohne Zuschauer stattfinden, betonte Freiberg.
Freiberg wies Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Deutsche Fußball-Liga (DFL) darauf hin, dass in den unteren Ligen oft das Geld für Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien und für Fanprojekte fehle. «Da erwarten wir einen Beitrag vom DFB und von der DFL, die das Geld haben», sagte der GdP-Vorsitzende und schloss sich damit indirekt den Forderungen der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) an, die eine Saison-Gebühr von 50 Millionen Euro zur Finanzierung von Polizeieinsätzen ins Gespräch gebracht hatte. In den vergangenen zwei Wochen war es bei drei Spielen zu Ausschreitungen gekommen. In Brandis bei Leipzig wurden bei einem Überfall von Schlägern drei Personen verletzt. 36 Verletzte gab es bei einem Oberliga-Spiel in Zwickau und 29 verletzte Polizisten waren das Ergebnis von Gewalt in Rostock nach dem Zweitliga-Spiel FC Hansa Rostock gegen FC St. Pauli am 2. November.
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