Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, macht sich für eine Verschlankung des internationalen Fußball-Terminkalenders stark.
«Wir müssen das Risiko der Vereine minimieren und neue Wege gehen», teilte er auf der Bayer-Internetseite mit. Anders als bei Welt- und Europameisterschaften seien Entschädigungen durch die Verbände bei EM- oder WM-Qualifikationsspielen nicht vorgesehen. «Die Vorleistungen der Vereine sind eine Einbahnstraße, die für die Clubs inakzeptabel ist», stellte Holzhäuser fest.
Es müsse darum gehen, mit den Verbänden «schnellstmöglich einen Konsens für die Zukunft zu finden». Weniger Spiele würden eine höhere qualitative Konzentration, größere Attraktivität für die Zuschauer und gleichzeitig weniger Risiko für die Vereine nach sich ziehen, meinte Holzhäuser. Die Zahl der Länderspiele nehme zu, damit würden aber auch die Belastungen und die Verletzungsgefahr für die Spieler anwachsen. «Das Risiko der Vereine wird dadurch unkalkulierbar», klagte Holzhäuser.
Bereits am Wochenende hatte Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß die Unterbrechung der Bundesliga wegen der zurückliegenden Länderspiele scharf kritisiert und die Partien der deutschen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan und Südafrika als «Kokolores» bezeichnet. Die Vereine hätten «den Dreck auszubaden».
Holzhäuser pflichtete Hoeneß bei. «Nicht zuletzt die jüngsten WM-Qualifikationsspiele haben gezeigt, welche Gefahren den Vereinen bei einer Abstellung drohen.» Besonders gebeutelt sei der Hamburger SV, der in Collin Benjamin und Paolo Guerrero gleich zwei Spieler mit Kreuzbandriss für mehrere Monate verloren habe. Generell empfahl der Bayer-Geschäftsführer eine «intensivere Kommunikation zwischen Verein und Nationalmannschaft».