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Daum und Fenerbahce vor Meisterstück

Istanbul (dpa) - 26.04.2004, 13:32 Uhr

Fenerbahces Trainer Christoph Daum klatscht Beifall.
Fenerbahces Trainer Christoph Daum klatscht Beifall.

«Glückwunsch, Daum». Die Zeitung «Hürriyet» gratulierte Trainer Christoph Daum und Fenerbahce Istanbul nach dem wertvollen 3:1-Erfolg im Stadt-Derby über den entthronten Titelverteidiger Besiktas bereits vorzeitig zur Meisterschaft in der Türkei.

Auch «Sabah» sieht in dem deutschen 50 Jahre alten Fußball-Lehrer, der bisher den VfB Stuttgart (1992), Besiktas Istanbul (1995) und Austria Wien (2003) zu nationalen Championaten geführt hat, den Vater des Erfolges. «Daum hat seine Taktik wie ein Schachmeister zusammengestellt. Ergebnis: Daum sagte Schach, (Besiktas-Trainer) Lucescu war matt. Und Besiktas hat das Handtuch geworfen.»

Drei Spieltage vor dem Saison-Abschluss liegt Fenerbahce mit 70 Punkten vor Trabzonspor (68) und hat dank des leichteren Rest-Programms allerbeste Chancen auf den Titelgewinn. Besiktas (62) als Dritter hat dagegen praktisch alle Chancen verspielt. «Daum hat die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gut genutzt», lobte «Hürriyet» das Werk des Deutschen, der Fenerbahce nach einer total verkorksten Saison ohne Europacup-Qualifikation (Platz 6) im vorigen Sommer übernommen und gleich nach oben geführt hat. «Milliyet» sprach ob dieses unerwarteten Aufschwungs vom «Wunderkind Daum».

Selbst eine Mittelohrentzündung und hohes Fieber konnten den Erfolgscoach, der sich laut «Milliyet»-Angaben «kaum auf den Beinen halten konnte», nicht daran hindern, sich beim Spitzenspiel auf die Trainerbank zu setzen. Fenerbahce gewann nach Toren von Akin (32.), Serhat (57.) und Sanli (60.) verdient, Ilies Ehrentreffer (89.) kam viel zu spät und war auch nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Am Tag nach der Heimpleite zog Besiktas Istanbuls Clubchef Serdar Bilgili für sich Konsequenzen und trat mit dem gesamten Vorstand verärgert zurück. Der langjährige Vereinspräsident begründete seinen Entschluss mit den wüsten Beschimpfungen, denen er während des Spiels ausgesetzt war. Bilgili wurde unter anderem mit diesen Worten beschimpft: «Bilgili schlaf nicht, nach dem Spiel geht's auf nach Laila (einen bekannten Promi-Nachtclub am Bosporus)».


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