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IOC will Klarheit von der FIFA: «Entscheidet euch»

Berlin (dpa) - 17.08.2009, 12:20 Uhr

Jacques Rogge (l) spricht bei einer IOC-Sitzung mit FIFA-Chef Sepp Blatter.
Jacques Rogge (l) spricht bei einer IOC-Sitzung mit FIFA-Chef Sepp Blatter.

Im sportpolitischen Machtkampf um die Zukunft des olympischen Fußball-Turniers hat IOC-Präsident Jacques Rogge von der FIFA endlich Klarheit gefordert.

«Die Situation ändert sich jede Woche. Deshalb haben wir klar zur FIFA gesagt, meine Herren, bitte entscheidet euch», erklärte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das IOC möchte am gegenwärtigen U-23-Format mit der Öffnung für drei ältere Spieler festhalten und sich den Plänen des Weltverbandes FIFA auf keinen Fall beugen. FIFA-Boss Joseph Blatter hatte zuletzt ein Turnier ohne Alterslimit vorgeschlagen, allerdings mit der Einschränkung, Spieler mit WM-Erfahrung dürften nicht dabei sein.

Auch ein reines U 19-, U-20- oder U-21-Turnier hat der Schweizer immer mal wieder zur Diskussion gestellt und damit seine begrenzte Wertschätzung für Rogges Credo, die Besten gehören zu Olympia, gezeigt. Dieser Zick-Zack-Kurs seines mächtigen Gegenspielers aus der Schweiz missfällt dem belgischen Ober-Olympier. «Herr Blatter hat schon mehrere verschiedene Ansichten gehabt», sagte Rogge, «es gibt innerhalb der FIFA einfach keine Einigkeit.» 

Die FIFA hatte nach dem Ärger bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking neue Überlegungen angestellt. Eine Reihe europäischer Clubs hatte sich geweigert, Profis wie Lionel Messi oder den Ex-Bremer Diego für die Peking-Spiele abzustellen und dagegen geklagt. Eine Arbeitsgruppe, der auch Blatter angehört, will nun eine Lösung für den olympischen Streitfall vorschlagen. Spätestens bis Dezember soll die Causa vom Tisch sein. «Wir müssen wissen, was die FIFA will, weil es die Vorbereitungen für die Spiele 2012 in London beeinflusst, und wir können nicht zu lange warten», meinte Rogge, «die FIFA hat bestätigt, dass wir bis zum Dezember alles klären.» 

Ein Ultimatum wolle er Blatter aber nicht stellen. «Ich bin nicht sein Boss, der ihm sagt, was er zu tun hat», betonte der 67-Jährige. Das IOC könnte bei anhaltenden Kontroversen mit der FIFA allerdings die Zahl der Teams beim Turnier 2012 reduzieren. Der Weltverband hatte seinen Profis 1984 erstmals die Spielerlaubnis für Olympia erteilt, doch bei den Spielen 1984 und 1988 gleichzeitig nur Akteure zugelassen, die weder in der WM-Qualifikation noch bei einer WM zum Einsatz gekommen waren. Seit 1992 gilt die gegenwärtige Regel, die die FIFA nun erneut ändern will. Das olympische Turnier soll weiter geschwächt, die eigene, lukrative WM so weiter gestärkt werden.


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