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Ladenhüter: Zahlreiche Profis auf der Streichliste

Düsseldorf (dpa) - 08.07.2009, 14:28 Uhr

Wie Wolfsburgs Armin Veh (m) haben auch andere Trainer «überflüssige» Spieler im Kader.
Wie Wolfsburgs Armin Veh (m) haben auch andere Trainer «überflüssige» Spieler im Kader.

Bei der Jagd nach geeigneten Verstärkungen beißen die Fußball-Bundesligisten oft auf Granit und müssen sich auf wochenlangen Poker einstellen. Doch noch schwieriger ist es, nicht mehr benötigte Profis wieder loszuwerden.

Auch in dieser Transferperiode stehen rund zwei Dutzend Profis auf den Streichlisten der 18 Eliteclubs, die ihre Kader eher verschlanken als vergrößern wollen. «Auf Dauer können wir nicht mehr mit 30 Spielern arbeiten», erklärte Armin Veh, der neue Trainer des deutschen Meisters VfL Wolfsburg.

Veh sucht mit Geschäftsführer Jürgen Marbach nach Wegen, den aufgeblähten Kader zu verkleinern. Das erste Signal ist gesetzt: Neben den zuletzt verliehenen Sergiu Radu (Köln), Vlad Munteanu, Alexander Laas (beide Bielefeld) und Mahir Saglik (Karlsruhe) schob Veh auch Sergej Karimow zur Reservemannschaft ab. Das Quintett würde man am liebsten so schnell wie möglich von der Gehaltsliste streichen. Aber Marbach bleibt skeptisch: «Es gibt Interesse, aber ich rechne damit, dass erst im August was passiert.»

Der Argentinier Jonathan Santana könnte beim VfL der nächste Problemfall sein. Der 27-Jährige war in seine Heimat ausgeliehen, hat aber noch einen Vertrag und will nach eigenem Bekunden für einen neuen Anlauf das Gespräch mit dem Magath-Nachfolger suchen. «Ich muss wissen, wie er denkt, was er vorhat», sagte Santana. Ob Veh den für Paraguay spielenden Profi überhaupt will, ist noch offen. Santana reklamiert sogar eine Einsatzgarantie, um seine geplante WM-Teilnahme 2010 nicht zu gefährden. «Ich muss einen Stammplatz haben. Dieses Jahr ist es besonders wichtig», betonte Santana.

Auch zahlreiche andere Clubs haben noch bis zum Ende der Transferfrist am 31. August Zeit, sich von Spielern ohne Perspektive zu trennen. «Ein Profi muss eine Aussicht haben, zu spielen. Sonst wird es schwierig, weil die Motivation fehlt», betonte Bayern Münchens neuer Chefcoach Luis van Gaal. Als Kandidaten für die Streichliste des Niederländers gelten Andreas Ottl, Christian Lell, Breno, Ernesto Sosa und Nationalspieler Tim Borowski, dessen Rückkehr nach Bremen im Raum steht.


Der 2007 als großer Hoffnungsträger vom KSC verpflichtete Giovanni Federico steht bei Borussia Dortmund «im Schaufenster», nur hat bei dem von Trainer Jürgen Klopp ins Regionalliga-Team verbannten Profi noch keiner zugegriffen. Der BVB hofft, dass das kolportierte Interesse von Arminia Bielefeld konkret wird. Ein Angebot von Energie Cottbus hatte der fürstlich entlohnte Profi ungeprüft ausgeschlagen.

Wären sie Bücher, lägen sie wie Blei in den Regalen: Das gilt u.a. auch für den Brasilianer Andre Lima (Hertha BSC), für den Dieter Hoeneß einst 3,5 Millionen Ablöse hinblätterte, oder Boubacar Sanogo, den Werder Bremen an Hoffenheim ausgeliehen hatte. Sanogos Kontrakt bei Werder läuft noch zwei Jahre, doch Trainer Thomas Schaaf hat keine Verwendung mehr für den Afrikaner. Markus Rosenberg und Jurica Vranjes würden ebenfalls keine Steine in den Weg gelegt.

Das gilt auch für den früheren Mittelfeldstar Yildiray Bastürk. Schon bei seinem Wechsel von Berlin nach Stuttgart 2007 war die Verletzungsanfälligkeit des inzwischen 30-Jährigen bekannt. Wegen diverser Blessuren ist der Stern des Dribbelkünstlers längst verglüht. Aus der Türkei soll es Interesse geben, doch «noch ist nichts draus geworden», so der VfB. Aufsteiger 1. FC Nürnberg wäre froh, Ex-Europameister Angelos Charisteas, den Bayer Leverkusen nach der Ausleihe zurückgab, von der Lohnliste streichen zu können.

Um Geld zu sparen und Platz für Verstärkungen zu schaffen, würde auch Schalkes Trainer Felix Magath, der sich derzeit eifrig einen Überblick über die Qualität jedes Einzelnen macht, einige Ladenhüter gern veräußern. Doch die «Altlasten» wiegen schwer: Die Uruguayer Vicente Sanchez und Carlos Grossmüller sind ebenso kaum vermittelbar wie der vom HSV zurückgekehrte Leihspieler Albert Streit. Das von Ex- Manager Andreas Müller geholte Trio verdient selbst auf der Bank wesentlich mehr als der durchschnittliche Bundesligaprofi. Kein Wunder, dass die Interessenten nicht Schlange stehen.

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