Magath macht Tabula rasa im Trainerstab
Gelsenkirchen (dpa) - 24.06.2009, 14:02 Uhr
Felix Magath krempelt beim FC Schalke kräftig um.
Alle Macht dem neuen Trainer und Manager: Felix Magath verlor nicht viel Zeit mit den angekündigten Aufräumarbeiten beim FC Schalke 04. Nur 24 Stunden nach seinem Amtsantritt machte der 55-Jährige Tabula rasa im Trainerstab. In Einzelgesprächen teilte Magath den bisherigen Co-Trainern und früheren Publikumslieblingen Michael Büskens und Youri Mulder mit, dass er keinen Wert auf ihre Dienste legt. «Solche Maßnahmen auszusprechen, ist nie leicht, zumal man allen bisherigen Mitarbeitern gute Arbeit bescheinigen muss», erläuterte Magath, der die Umstrukturierung offenbar im Rekordtempo umzusetzen gedenkt. Weitere Maßnahmen und Einschnitte werden folgen, auch wenn die derzeitigen Schalke-Profis ihre Bewährungschance bekommen sollen. «Alle Spieler fangen bei mir bei Null an. Aber ich werde schnell erkennen, wer mitzieht und wer nicht», sagte Magath vor dem Trainingsauftakt am 25. Juni. Bereits eine Stunde früher hat er die gesamte Mannschaft einbestellt. Nur die beiden bei der EM in Schweden engagierten U 21-Nationalspieler Manuel Neuer und Benedikt Höwedes sind entschuldigt.
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Dann will er den Spielern erklären, was er erwartet. «Ich will mit Schalke nicht im Mittelfeld der Liga landen. Das ist nicht mein Anspruch. Und Erfolg kann man nur haben, wenn man hart arbeitet», sagte Magath bereits bei seiner Präsentation am Montag. Innerhalb seiner Vertragslaufzeit von vier Jahren will er den Schalker Traum von der Meisterschaft Realität werden lassen: «Wenn es dann nichts wird, ja dann Gute Nacht und Auf Wiedersehen.» Tschüs sagten erstmal andere: neben Büskens und Mulder auch Torwarttrainer Oliver Reck, dessen Vertrag zum 30. Juni ohnehin ausläuft, sowie Reha-Trainer Christos Papadopoulos und Ernährungsfachmann Christian Frank. Konditionstrainer Rouven Schirp musste seinen Platz ebenfalls räumen. Für seine «vielleicht schwierigste Mission» scheut Magath keine noch so unpopuläre Maßnahmen. Er hat offenbar auch kein Problem damit, den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der ihn mit einer bisher auf Schalke einmaligen Machtfülle ausstattete, zum Wortbruch zu zwingen. Denn noch Anfang Mai hatte Tönnies dem Trio Büskens/Mulder/Reck eine «Anstellung auf Lebenszeit, sofern sie denn wollen» versprochen: «Wir wären dumm, wenn wir so gute und loyale Mitarbeiter nicht weiter einbinden würden. Sie haben immer einen Platz auf Schalke.» |