Die unschlagbaren Spanier haben ihre Weltrekord-Siegesserie gegen Südafrika fortgesetzt - aber auch der WM-Gastgeber des kommenden Jahres hatte Grund zum Jubeln.
Trotz der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen den Fußball-Europameister zog die Bafana Bafana in Bloemfontein als Gruppen-Zweiter hinter den Iberern ins Halbfinale des Confederations Cups ein, weil der Irak gleichzeitig nicht über ein 0:0 gegen Neuseeland hinauskam.
David Villa (52.), der kurz zuvor einen Foulelfmeter vergeben hatte (51.), und Fernando Llorente (72.) machten mit ihren Toren vor 38 212 Zuschauern im Free State Stadium den 15. aufeinanderfolgenden Sieg des nun alleinigen Weltrekordhalters Spanien perfekt. «Das ist ein enormer Erfolg der Mannschaft - und wir werden versuchen, ihn weiter auszubauen», kommentierte Nationaltrainer Vicente Del Bosque. Zudem blieb die «Furia Roja» zum 35. Mal in Serie ungeschlagen und stellte damit die Bestmarke von Rekord-Weltmeister Brasilien ein. «Ich bin stolz auf die Mannschaft», sagte Spielmacher Xavi: «Die Philosophie der Mannschaft ist, immer das Beste zu erreichen.».
Spanien trifft im ersten Halbfinale der WM-Generalprobe am 23. Juni in Bloemfontein auf den Zweiten der Gruppe B. Südafrika tritt in der zweiten Vorschlussrunden-Begegnung am 24. Juni in Johannesburg gegen den Sieger der Brasilien-Gruppe an. «Jetzt ist alles okay für uns, Bafana Bafana ist weitergekommen. Ich bin sehr glücklich», sagte Trainer Joel Santana: «Die Spanier sind im Moment die besten.»
Unbeeindruckt vom ohrenbetäubenden Getöse der Vuvuzelas demonstrierten die Iberer auch im dritten Turnier-Spiel ihr spielerisches Potenzial und machten einen Klassenunterschied deutlich. Die von Trainer Vicente Del Bosque auf sieben Positionen veränderte Mannschaft beschränkte sich lange Zeit darauf, Ball und Gegner zu kontrollieren, drängte aber nach der Pause entschlossen auf die Entscheidung. Das Santana-Team war dagegen in erster Linie darauf bedacht, das eigene Tor zu verteidigen.
Gegen die massierte Defensive der Südafrikaner um den 1,98 Meter-Hünen Matthew Booth blieben spanische Torchancen Mangelware. Ein Freistoß von Albert Riera (4.), den der gute Keeper Itumeleng Khune mit beiden Fäusten zur Ecke lenkte, war zunächst der einzige Aufreger. Erst nach halbstündiger Warmlauf-Phase nahm die Begegnung Fahrt auf. Als die Deckung der Hausherren in der 35. Minute durch einen blitzsauberen Pass von Cesc Fabregas erstmals ausgehebelt wurde, verhinderte nur Khune das vierte Turniertor von Fernando Torres.
Während die Bafana Bafana mit Leidenschaft und hoher Laufbereitschaft nach hinten absicherte, war von ihrer Offensive wenig zu sehen. Der frühere Dortmunder Steven Pienaar setzte die wenigen Akzente. «Wir sind glücklich, durchgekommen zu sein», meinte Pienaar.
Nach Wiederbeginn machten die Iberer ernst. Als Tsepo Masisela im Strafraum Fabregas foulte, entschied Schiedsrichter Pablo Pozo (Chile) auf Strafstoß. Villa scheiterte am famosen Khune (51.). Kaum eine Minute später holte der Angreifer des FC Valencia das Versäumte nach, als er eine Flanke von Riera gekonnt mit der Brust stoppte und den Ball aus der Drehung ins lange Eck schoss. Danach nahm Del Bosque seine Top-Stürmer Torres und Villa aus dem Spiel - doch auch Ersatz Llorente erwies sich als treffsicher. Nach Zuspiel von Fabregas staubte der Stürmer aus Bilbao zum 2:0 ab.