Russland unter Druck - England im WM-Fieber
Frankfurt/Main (dpa) - 09.06.2009, 15:20 Uhr
Guus Hiddink (Mitte) bereitet das russische Team auf ein Spiel vor.
Deutschland hofft auf auf einen Patzer der Konkurrenz, England will das Tor zur Fußball-WM 2010 aus eigener Kraft ganz weit aufstoßen und Schweden spielt um die allerletzte Chance. Schon ein Unentschieden im heißen Verfolgerduell der Europa-Gruppe 4 zwischen Finnland und Russland würde die DFB-Auswahl der Endrundenteilnahme in Südafrika ein großes Stück näher und die von Guus Hiddink trainierten Russen vor dem Showdown im Herbst in Zugzwang bringen. «Die Stärke der Finnen ist kein Geheimnis. Das sind alles Spieler, die im Ausland spielen, in der Premier League, in Holland und so weiter», redete Bundestrainer Joachim Löw den Gastgeber vor der Partie am 10. Juni stark. Wie Löw werden auch die im Urlaub weilenden Profis sowie Co-Trainer Hansi Flick und Chef-Scout Urs Siegenthaler als Beobachter des Nachbarschaftsduells im seit Wochen mit gut 40 000 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion von Helsinki den Hausherren kräftig die Daumen drücken. «Es wird ein Spiel auf Biegen und Brechen», kündigte Finnlands schottischer Coach Stuart Baxter den Gästen einen heißen Tanz im kühlen Norden an. Er weiß aber um die Kräfteverhältnisse. «Wir haben ein hartes Stück Arbeit vor uns. Gegen die Russen brauchen wir auch Glück, sonst können wir nicht gewinnen», sagte Baxter.
Mit 10 Punkten liegen die Gastgeber derzeit hinter Russland (12) und dem deutschen Team (16), das allerdings ein Spiel mehr absolviert hat, auf dem dritten Platz. Russlands Trainer-Fuchs Hiddink, der sich nach seiner Kurz-Mission beim FC Chelsea wieder voll auf die WM- Qualifikation konzentrieren kann, gibt sich betont gelassen. «Je nach Spielverlauf wären wir auch mit einem Unentschieden zufrieden», sagte der Niederländer, der in seiner Erfolgskarriere bereits mit drei verschiedenen Nationen an einer WM-Endrunde teilgenommen hat. Für seine Spieler, die bei der EURO 2008 mit Fußball im Express-Tempo begeistert hatten und erst im Halbfinale von Europameister Spanien gestoppt wurden, steht dagegen nichts anderes als ein Sieg zur Debatte. «Wir wollen in Helsinki drei Punkte holen. Wir denken gar nicht an ein Unentschieden», tönte Roman Pawljutschenko vom englischen Premier-League-Club Tottenham Hotspur. Mehr als 8000 russische Fans werden ihr Team in die finnische Hauptstadt begleiten. |